Staatsministerin Cornelia Pieper mit Diplomaten auf Luther-Tour in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Staatsministerin Cornelia Pieper mit Diplomaten auf Luther-Tour in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Cornelia Pieper war am 4. und 5. Oktober 2012 in Berlin mit akkreditierten Botschafterinnen und Botschafter auf einer Informationstour zu den Luthergedenkstätten in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ziel der Tour war es, für die Aktivitäten Deutschlands im In- und Ausland im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 zu werben und Anstöße zur Kooperation zu geben.

Die diplomatischen Vertreter aus unter anderem protestantisch geprägten Ländern besuchten zusammen mit Geistlichen der Evangelische Kirche Deutschlands und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Teile des 300 km langen sächsischen Lutherweges von Zwickau über Leipzig nach Torgau und folgten den Spuren des Reformators.

„Die Veröffentlichung der 95 Thesen Luthers bildete den Auftakt zur Reformation – einem Ereignis, das die deutsche Geschichte nachhaltig prägte. Ihre religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen erlangten weltgeschichtliche Bedeutung.” betonte Staatsministerin Pieper.

Das Auswärtige Amt stelle, so die Staatsministerin, Überlegungen an, 2016 eine große Kunstausstellung in den USA auszurichten, in der die globalen Prägekräfte des Protestantismus vorgestellt werden. Die Botschafterreise endete in Halle im Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort wurde den hohen Gästen unter anderem Lutherspielzeuge vorgestellt wie auch das in Restaurierung befindliche Gräberfeld von Lützen, das an eine der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges zwischen protestantischen und katholischen Truppen im Jahr 1632 erinnert.

Staatsministerin Cornelia Pieper mit Diplomaten auf Luther-Tour in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Staatsministerin Pieper verabschiedet den Botschafter Polens in Deutschland

Auf Einladung der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Frau Cornelia Pieper, wurde am 17. August 2012 zu Ehren des polnischen Botschafters in Deutschland, Dr. Marek Prawda, in Freyburg/Unstrut ein Abschiedsessen veranstaltet. Botschafter Prawda verlässt Deutschland nach sechs Jahren, um nun als neuer Botschafter Polens bei der EU nach Brüssel zu wechseln.

Die deutsch-polnischen Beziehungen waren noch nie so gut wie heute und sind inzwischen tief verankert in den Herzen der Menschen. So gibt es mit keinem anderen Land außer mit Frankreich so viele Städtepartnerschaften. Botschafter Prawda wird in Freyburg seine politischen Freunde und Wegbegleiter treffen.

Staatsministerin Pieper, die in Warschau studiert hat und langjährige Polenbeauftragte der Bundesregierung ist, war im vergangenen Jahr mit dem Polonicus-Preis für Brücken in das Nachbarland ausgezeichnet worden. Daran erinnerte Botschafter Prawda, der am Morgen des Besuches in Freyburg von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden war, in seinem Dank für die Einladung. Prawda freute sich, dass dieses Abschiedsdinner nicht in Berlin, sondern in der Heimat von Cornelia Pieper stattfand. Unterhaltsam wurde es neben den Reden dann am Abend auch noch. Eva-Maria Pieckert sang u.a. das polnische Lied “Jestes? lekiem na ca?e z?o” von Krystyna Pron?ko, einer in Polen sehr populären Sängerin und das Sabrieren einer Sektflasche mit dem Champagner-Säbel wurde zelebriert.

Als Gäste waren u.a. die Ministerpräsidenten Michael Platzeck und Reiner Haseloff, der ehem. Außenminister der frei gewählten DDR-Regierung Markus Meckel, die Botschafter der Niederlande, Ungarns und Kroatiens, der ZDF-Chefredakteur Peter Frey und der BStU-Bundesbeauftragte Roland Jahn.

LFA Außen- und Sicherheitspolitik: Delegationsreise nach Polen

LFA Außen- und Sicherheitspolitik: Delegationsreise nach Polen

Die Sektionen Sachsen-Anhalt und Thüringen der Landesfachausschüsse Außen- und Sicherheitspolitik besuchten Warschau – hier der Bericht.

Nein, schlechte Stimmung herrscht in Polen nicht!

Die Wirtschaft brummt, eine in vielen Landesteilen bemerkenswert niedrige Arbeitslosigkeit (etwa 4% in der Region Warschau oder Posen) zahlreiche Reformen auf dem Weg, gute nachbarschaftliche Beziehungen in alle Himmelsrichtungen, eine stabile liberal-konservative Regierung und ein sportliches Top-Ereignis mit der EURO 2012 unmittelbar vor der Tür.

Zu der ohnehin freundlich offenen Art der allermeisten Polen mischt sich gegenwärtig noch ein Quäntchen Stolz auf das Erreichte – völlig zu Recht. Fährt man dieser Tage in Polens Metropole Warschau erlebt man eine moderne, weltoffene, kunst- und kultursinnige Stadt. An allen Ecken wird gebaut, renoviert, verbessert. Verständigungsprobleme gibt es keine – man spricht zumindest Englisch, häufig auch Deutsch und überall begegnet man Ausländern mit Hilfsbereitschaft und herzlicher Gastfreundschaft.

Als Sektionen der DG LI hatten wir die Möglichkeit vom 13.-16. Mai 2012 ein interessantes Gesprächsprogramm zu erleben. Unterstützt durch das polnische Außenministerium und die Deutsche Botschaft in Warschau hatten unsere 15 Mitreisenden die Möglichkeit, sich zu wichtigen Fragen der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung unseres Nachbarlandes zu informieren.

Die DG LI Delegationsmitglieder bei der Stiftung Aleksander Kwasniewskis.jpgFür drei Tage hatten wir ein straffes Programm – beginnend mit einem Briefing durch den Gesandten der Botschaft Herrn Joachim Bleicker, über Gespräche mit dem stellv. Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses Herrn Andrej Rozenek sowie Besichtigung des Sjem. Gespräch mit dem Leiter der Stiftung Aleksander Kwasniewskis, Herrn Dr. Bil, der Besichtigung eines erfolgreichen deutsch polnischen Joint-venture-Unternehmens usw. …

Niemand in Polen – so der Stellv. Abteilungsleiter Europa im polnischen Außenministerium Herr Orzechowski – würde auf die Idee kommen, dem östlichen Nachbarn Ukraine aufgrund des fragwürdigen Umganges mit der politischen Opposition Spiele der EURO 2012 zu entziehen. Viel mehr plädiert er, der das aggressive Vorgehen der Regierung Janukowitsch gegenüber der ehemaligen Regierungschefin Timoschenko klar verurteilt, für eine weitgehende Isolierung der gegenwärtig herrschenden politischen Akteure während der Spiele. Die Bevölkerung dürfe man aber nicht durch Boykott strafen.

Klar zu unterscheiden von der Situation in der Ukraine sei die Lage in Weißrussland, wo man demokratische Standards kaum einhalte und die Rechte der nationalen Minderheiten missachte. Unbestritten kann Polen gegenüber seinen beiden östlichen Nachbarn eine gewichtige Brückenfunktion zu den anderen Ländern der europäischen Union einnehmen, zumal beide aufgrund ihrer geografischen Lage, ihres Rohstoffreichtums und ihrer Marktgröße Interessen sowohl Europas als auch Russlands anziehen. Auch Polen selbst fehlen diese wichtigen Märkte an seinen Ostgrenzen.

Das Gespräch in der Polnischen Nationalbank mit dem Leiter der Auslandabteilung Herrn Samecki zeigte den Stolz auf die finanzielle Lage der polnischen Republik – keine Verschuldung, Abbau der Arbeitslosenquote, Wachstum auch in Jahren der Rezession. Der Beitritt zum Euro – zur gemeinsamen europäischen Währung – wird von einigen Faktoren abhängig gemacht, die man vorher als erfüllt sehen möchte. Ein Zeithorizont bis 2020 ist ins Auge gefasst.

Das Gespräch mit Vertretern des Regionalparlaments von Masowien hat uns zu einem Vergleich mit den Landesparlamenten von Sachsen-Anhalt und Thüringen veranlasst. Hier hat man 51 ehrenamtliche gewählte Vertreter im Sjemik von Masowien aus 4 Parteien, die 4 Fraktionen bilden. Die Wojewodschaft Masowien hat ein Haushaltsvolumen von ca. 3 Mrd. Sloty, die sich aus Eigeneinnahmen/ Steuern, Subventionen und Dotationen ergeben. Eine Schuldenbremse gibt es seit 2005 mit dem Gesetz über öffentliche Finanzen.

An den drei Tagen hatten wir auch Gelegenheit zu kurzen kulturellen Visiten – so besichtigten wir auch das Denkmal zum Warschauer Ghetto(1940-42) und das Museum über den Warschauer Aufstand (1944) – die tragischen Momente unserer gemeinsamen Geschichte – als Mahnung und Zeichen zum weiteren Zusammenwachsen der Völker im geeinten Europa.

Unübersehbar sind auch einige Herausforderungen und Aufgaben, die verstärkt angegangen werden müssen. Dazu gab es besonders wichtige Informationen bei dem Gespräch mit Herrn Urbanczyk – stellv. Hauptgeschäftsführer der Deutsch Polnischen Industrie- und Handelskammer. Hierzu gehört der nötige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Das Bahnnetz zeigt sich als generell zu wenig leistungsfähig und Warschau ist als einige der wenigen europäischen Hauptstädte noch nicht mit einem guten Autobahnnetz ausgestattet.

Wie der Zufall es wollte, weilte zum gleichen Zeitpunkt die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Frau Dr. Cornelia Pieper, in Warschau. Unsere Delegation hatte die Möglichkeit, sich mit ihr zu aktuellen Top-Themen der deutsch-polnischen Aktivitäten auszutauschen.

Die wirtschaftlich-kulturelle Zusammenarbeit mit Deutschland als dem wichtigsten Partner Polens ist auf einem sehr guten Weg.

Nein, schlechte Stimmung herrscht in Polen nicht!

Magdeburg/ Erfurt
Dr. Helmut Hörold und Dr. Carsten Klein