Für den Erhalt der kleinen Schulen sprach sich der Landesvorstand der FDP auf seiner Landesvorstandssitzung am 12. Juli 2012 nach einem Gespräch mit Fachvertretern und den Liberalen Mandatsträgern aus den Kreis- und Stadträten aus.
„Die Bedeutung einer Grundschule geht weit über die Wissensvermittlung hinaus. Wenn wir die ländlichen Räume in Sachsen-Anhalt lebenswert erhalten wollen, dürfen wir nur noch in absoluten Ausnahmefällen Schulen schließen. Die Schule muss im Dorf bleiben – sonst stirbt das Dorf“, so Veit Wolpert.
Der Landesvorsitzende der FDP warf zugleich der SPD vor, ihr Wahlversprechen zu brechen, alle Schulen nicht nur zu erhalten, sondern auch zu sanieren. Auch für die Liberalen seien grundsätzlich die 60 Schüler bei Grundschulen die Untergrenze, aber wenn die Schülerzahl unter die geforderten 60 Schüler sinke, dürfe dies nicht automatisch zur Schließung der Schule führen. Als absolut indiskutabel bezeichnete Wolpert die Vorgehensweise für die Förderung aus STARK III eine Schülerprognose bis 2023 von mehr als 100 Schülern zu fordern. „Niemand kann heute Schülerzahlen über das Jahr 2018 hinaus valide kalkulieren. Damit wird bürokratischer Willkür Tür und Tor geöffnet“, so Wolpert.
Statt jetzt unkreativ die kleineren Schulen im ländlichen Raum zu schließen und Eltern und Schüler im Regen stehen zu lassen, sollte die Landesregierung mehr Kreativität walten lassen. Dabei sollten aus Sicht der Liberalen bei Schulen unter 60 Schülern folgende Aspekte geprüft werden, um die Effizienz der Schulen zu steigern:
– Konzentration der Verwaltung und Schulleitung mehrerer Schulen an einem Standort und flexibler Einsatz der Lehrer
– Gerade im Grenzbereich den Abschluss von Vereinbarungen mit den Nachbarländern über durchlässige Schullaufbahnen und die Beschulung von Kindern im jeweiligen Nachbarland
– Übertragung des Personals auf die Kommunen und damit Personal- und Sachkosten in einer Hand beim Schulträger
– Aufhebung der Schuleinzugsgebiete
– vermehrte Kooperationen der Schulen mit den Vereinen, Verbänden und öffentlichen Institutionen des Ortes und der Region.
Dabei ist auch den Liberalen bewusst, dass fehlende Junglehrer und die Veränderung der Schullandschaft durch die Inklusion zusätzliche Anforderungen an die Schulstrukturen stellen werden. Der Landesvorstand hat beschlossen, ein alternatives Konzept für den Grundschulbereich zu erarbeiten und mit den Kreisverbänden zu diskutieren.
Am 19. und 20. Juni 2012 besuchten Jens Ackermann sowie weitere Mitglieder des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien die Städte Wittenberg und Torgau. Der FDP-Bundestagsabgeordnete und seine Kollegen informierten sich vor Ort über die Lutherdekade 2008-2017. Die Delegation diskutierte mit Organisatoren die geplanten Ausstellungen und andere länderübergreifende Projekte.
Bereits im letzten Jahr hatte sich die FDP-Bundestagsfraktion im Rahmen eines fraktionsübergreifenden Antrages für eine intensive Unterstützung der Geschäftsstelle „Luther 2017“ ausgesprochen, um eine möglichst breite Zusammenarbeit von Ländern, Kommunen, Kirchen und kulturellen Institutionen zu erreichen.
„Die Lutherdekade ist besonders für Sachsen-Anhalt eine hervorragende Möglichkeit, um den regionalen Tourismus nachhaltig zu entwickeln.“ sagte der Bundestagsabgeordnete. „Es bieten sich von den Lutherstädten Wittenberg und Eisleben bis zur zeitgenössisch als „Unseres Herrgotts Kanzlei“ bezeichneten Landeshauptstadt Magdeburg ungeahnte Möglichkeiten, touristische Potentiale zu nutzen.“ ergänzte Ackermann.
Zur heutigen aktuellen Debatte zum Dessauer Fördermittel- und CDU-Spendenskandals fordert der Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt Veit Wolpert eine weitergehende Aufklärung der Vorgänge.
Zur heutigen aktuellen Debatte zum Dessauer Fördermittel- und CDU-Spendenskandals fordert der Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt Veit Wolpert eine weitergehende Aufklärung der Vorgänge.
„In der heutigen Debatte wurde offensichtlich, dass Ministerpräsident Haseloff meint, gut mit dem nebulösen Kenntnisstand und der bisherigen Praxis leben zu können. Das will die FDP nicht hinnehmen, daher fordern wir eine schnellstmögliche Klärung der mindestens moralisch nicht einwandfreien Vorgänge und zudem ein Überdenken der bisherigen Praxis!“
Als irritierend bezeichnete Wolpert Haseloffs Äußerung, dass dieser eine Unterstellung vorsorglich schon einmal per se zurückweist, gleichzeitig aber noch immer Erinnerungslücken zu den Vorgängen in Dessau aufweist.
Abschließend meinte der Wolpert, „die Debatte im Landtag habe gezeigt, dass nur ein Untersuchungsausschuss Klarheit in die Sache bringen kann.“
Mit der Einbringung in den Landtag am Donnerstag beginnt die Beratung des Nachtragshaushaltes 2012/13. Die finanzpolitische Sprecherin und stellvertretende Landesvorsitzender der FDP Sachsen-Anhalt Dr. Lydia Hüskens meint:
„Es ist nicht zu erwarten, dass der Landtag am Entwurf der Landesregierung substantielle Änderungen vornehmen wird, obwohl sie dringend notwendig wären. So müssen beispielsweise die Steuereinnahmen der Prognose der Steuerschätzung vom Mai 2012 angepasst werden. Dies würde bedeuten, die Einnahmen um 80 Millionen zu reduzieren und dementsprechend natürlich auch die Ausgaben anzupassen.“
Eine Aufgabe die der Finanzpolitiker Bullerjahn 2004 in der Opposition vom damaligen Finanzminister Paque forderte. Eine Aufgabe, der sich der Finanzminister Bullerjahn 2012 nicht nur verweigert, sondern im Gegenteil davon ausgeht, dass der Landeshaushalt mit weiteren 34 Millionen an Mehreinnahmen rechnen kann.
Hüskens weiter: „Anstatt diese Mehreinnahmen zur Deckung des Haushaltsrisikos zu nutzen, wird das politische SPD-Prestigeprojekt der Schulsanierung vorangetrieben – parallel zu zahlreichen Schulschließungen. Zudem kehrt das Land zur Ganztagsbetreuung im Vorschulalter zurück, obwohl sich Sachsen-Anhalt dies nicht leisten kann. Hier wird auf eine Ausweitung des Rechtsanspruches gesetzt, anstatt die Qualität zu verbessern. Die SPD belastet den Landeshaushalt damit sehr stark. Auf der anderen Seite werden Schulstandorte im ländlichen Raum geschlossen werden, um dieses Mammutprojekt zu finanzieren. Wirkliche Chancengerechtigkeit sieht wahrlich anders aus.“
„Wie so oft ist die Initiative gut gemeint aber nicht gut gemacht. Für den Landtag wäre also viel zu tun“, sagte Hüskens abschließend.
Als „viel zu lasch“ bezeichnete der medienpolitische Sprecher der FDP Sachsen-Anhalt, Marcus Faber, den gemeinsamen Antrag aller Landtagsfraktionen zur geplanten GEMA-Tarifreform.
Faber, mit Verweis auf den am Freitag zu entscheidenden Antrag zur GEMA-Tarifreform, weiter: „Wenn die Gebühren in Diskotheken und Nachtclubs wie geplant zwischen 400 und 1400 % erhöht werden, bedarf es im Landtag mehr als einer höflichen Bitte an die Landesregierung. Hier wird ein mittelständisches Gewerbesegment durch staatliche Gängelung systematisch zerstört. Die Landtagsfraktionen scheinen dies kaum wahrzunehmen. Wir Liberale lehnen diese Tarifreform rundweg ab.“
Ob des schwachen Antrages der Landtagsfraktionen setzen die Liberalen auf die direkte Beteiligung der Bürger um die Tarifreform noch zu verhindern. Per Massenpetition wollen sie die Tarifreform aufhalten. Faber dazu abschließend:
„Mit mir haben nun schon über 200 000 Bürger unter http://openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass gegen die Tarifreform gezeichnet. Wir werden weiter daran arbeiten um dieses widersinnige Projekt aufzuhalten.“
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