Placebokonvent

Placebokonvent

Der Kulturkonvent steht kurz vor Weihnachten unter keinem guten Stern. „Er protestiert gegen die sinkende Kulturförderung des Landes just zu dem Zeitpunkt, an dem in der Bereinigungssitzung des Finanzausschusses der Haushalt des Kultusministeriums mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen wird. Die Terminplanung des Konvents ist ein Desaster“, so Veit Wolpert, FDP-Landesvorsitzender.

Der Kulturkonvent tagt erstmals öffentlich mit dem Fokus auf dem Kulturetat des Landes, muss dabei auf Norbert Eichler, den Chef-Haushälter des Landes verzichten, der den Landtagsabgeordneten im Finanzausschuss zeitgleich Rede und Antwort stehen muss.

Es ist ohnehin ein Witz, dass sich der Kulturkonvent von einem Mitarbeiter des Kultusministeriums zur Etatentwicklung vortragen lässt, wenn er einen wichtigen Mitarbeiter des Finanzministeriums in seinen Reihen weiß. Das zeigt, dass der Kulturkonvent offenbar nur ein Feigenblatt ist, was die Finanzierung der Kultur durch das Land betrifft. Entscheidungen fallen woanders.

Der Kulturkonvent tagt öffentlich, ohne dass dies hinreichend auf der Website des Landes und des Landtages kommuniziert würde. Man fürchtet offenbar den Protest derjenigen, die von absehbaren Kürzungen oder gar Schließungen ihrer Einrichtungen betroffen sein werden. „Die Außendarstellung des Kulturkonvents ist unterirdisch“, so Veit Wolpert.

In der Rubrik „Mitgestalten“ auf www.landtag.sachsen-anhalt.de kommt der Kulturkonvent ebenso wenig vor wie im „Einmischen-Portal“ der Landesregierung; ein Internet-Forum, auf dem konzeptionell mitgedacht und mitdiskutiert werden kann, kommt nicht in die Gänge. Der Kulturkonvent hat einen schwachen Start. Und wenn’s so weiter geht, wird er nicht die Medizin verabreichen, die die Kulturlandschaft vor dem Hintergrund der demografischen Krise benötigt, sondern nur ein Placebo verabreichen ohne jegliche Wirkung für den Patienten Kulturlandschaft – nach dem Motto: „gut, dass wir darüber gesprochen haben.”

Junge Liberale Sachsen-Anhalt wählen neuen Vorstand

Junge Liberale Sachsen-Anhalt wählen neuen Vorstand

Am 2. Und 3. Dezember 2011 tagte zum zweiten Mal der Landeskongress der JuLis Sachsen-Anhalt in Halle. Neben den Vorstandswahlen wurden die programmatischen Schwerpunkte für die neue Legislatur beschlossen.

Neuer Landesvorsitzender ist Steffen Lucke, der bisher als Stellvertreter für Organisation tätig war. Unterstützend werden ihm in Zukunft die ebenfalls neu gewählten Stellvertreter Martin Hoffmann und Hans Heidelberg, verantwortlich für Organisation und Programmatik, zur Seite stehen. Mit erneutem Vertrauen in seinem Amt bestätigt wurde der Schatzmeister René Schuhr. Vervollständigt wird der Landesvorstand schließlich durch die Beisitzer David Huros, Yana Mark und Ulrike Köhler. Nach der Wahl wandte sich der Kongress der Antragsberatung zu.

Mit der Zustimmung zum Leitantrag fordern die Julis eine gezieltere Einsetzung von Fördermitteln sowohl auf europäischer als auch auf Landesebene. Subventionen sind dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden und an feste Bedingungen und Pläne zu knüpfen. Eine Angleichung des Lebensstandards der europäischen Regionen mittels Förderprogrammen ist abzulehnen, vielmehr ist es die Aufgabe der einzelnen Mitgliedsstaaten selbst eigene strukturell schwächere Gebiete zu fördern. Trotz der durch Subventionen erzielbaren Erfolge muss das Ziel der begünstigten Regionen eine Entwöhnung von Fördermitteln bleiben, um eine langfristige finanzielle Abhängigkeit zu vermeiden. Ohne Eigenverantwortung ist Wachstum auf lange Sicht nicht zu sichern.

Nach langer und intensiver Diskussion einigte man sich weiterhin auf eine Position zur Erfassung der Organspendebereitschaft. So soll in Zukunft die Entscheidung für oder gegen eine Organspende als Information auf der von den Krankenkassen ausgestellten Chipkarte festgehalten werden. Auf diese Weise wird jeder Versicherte dazu bewegt, sich einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sollte er zum Zeitpunkt der Befragung keine Entscheidung treffen können oder wollen, ist die Bereitschaft vorher mit einer Ablehnung festzuhalten.

Neben vielen weiteren Anträgen hat man sich ebenfalls für eine stärkere Beteiligung der Parteibasis der FDP bei der Listenaufstellung für Wahlen ausgesprochen.

Landesvorstand: Streichung der Schullaufbahnempfehlung grundlegend falsch

Landesvorstand: Streichung der Schullaufbahnempfehlung grundlegend falsch

Die FDP Sachsen-Anhalt hält den Beschluss des Landtages zur ersatzlosen Streichung der Schullaufbahnempfehlung für grundlegend falsch.

Die FDP Sachsen-Anhalt fordert, die Empfehlung durch verbindliche Aufnahmeprüfungen an allen weiterführenden Schulen in Kombination mit Beratungsgesprächen abzulösen.

Die FDP Sachsen-Anhalt stellt fest, dass die Erwartungen, die an die Einführung der Schullaufbahnempfehlung geknüpft wurden, sich nicht erfüllt haben. Die Schullaufbahnempfehlung hat nicht dazu geführt, dass Eltern und Kindern eine belastbare Empfehlung erhalten haben. Die hohe Zahl von Wechseln von den Gymnasien hin zu den Sekundarschulen belegt dies.

Gleichzeitig legt die FDP Sachsen-Anhalt großen Wert auf eine Durchlässigkeit zwischen den Schulformen.

Schullaufbahnempfehlung

Beschluss des Landesvorstandes

Kritik an der ersatzlosen Streichung der Schullaufbahnempfehlung

Die FDP Sachsen-Anhalt hält den Beschluss zur ersatzlosen Streichung der Schullaufbahnempfehlung für grundlegend falsch. Die FDP Sachsen-Anhalt fordert, die Empfehlung durch verbindliche Aufnahmeprüfungen an allen weiterführenden Schulen in Kombination mit weiteren Beratungsgesprächen abzulösen.

Die FDP Sachsen-Anhalt stellt fest, dass die Erwartungen, die an die Einführung der Schullaubahnempfehlung geknüpft wurden, sich nicht erfüllt haben. Die Schullaufbahnempfehlung hat nicht dazu geführt, dass Eltern und Kinder eine belastbare Empfehlung erhalten haben. Die hohe Zahl von Wechseln von den Gymnasien hin zu Sekundarschulen belegt dies.

Gleichzeitig legt die FDP Sachsen-Anhalt großen Wert auf eine Durchlässigkeit zwischen den Schulformen.

Lydia Hüskens zur Einbringung des Nachtragshaushaltes für das Jahr 2011

Lydia Hüskens zur Einbringung des Nachtragshaushaltes für das Jahr 2011

Stolz ist Minister Bullerjahn auf seinen Nachtragshaushalt. Vor allem weil er die Neuverschuldung gegenüber dem Ursprungsentwurf reduzieren konnte. Aber: wie schon 2007 bis 2009 werden Einsparungen im Haushalt nicht erwirtschaftet, sondern sind alleine auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen.

Das zeigen einige Zahlen sehr deutlich: Die Steuereinnahmen etwa steigen um 473 Millionen Euro, die Neuverschuldung reduziert sich aber nur um 200 Millionen. 273 Millionen werden 2011 also zusätzlich ausgegeben werden und das obwohl sich abzeichnet, dass die Haushalte 2012 und 2013 nicht so entspannt umgesetzt werden können, wie bei der Aufstellung durch die Landesregierung erwartet. Wenn hier nicht gegengesteuert wird, dann kann zwar die Haushaltsaufstellung ohne Schuldenaufnahme erfolgen, die Realisierung des Haushaltes aber nicht.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es deutlich weniger Steuereinnahmen geben wird, als vom Finanzminister mit der Haushaltsaufstellung behauptet. Die Steuern werden in etwa in dem Rahmen liegen, den die Steuerschätzer im Mai für Sachsen-Anhalt prognostiziert hatten, was zeigt, dass das Risiko für den Landeshaushalt vermeidbar gewesen wäre. Dann hätte man allerdings den Mut haben müssen, im Haushalt wirklich Ausgabenschwerpunkte zu setzen.

Auch jetzt noch vermeidet dies die Landesregierung. Nach dem Prinzip Hoffnung wird auf niedrigere Zinsausgaben gesetzt. So wird aus dem Haushaltsloch in 2013 sogar ein Überschuss von 40 Millionen Euro. Das lässt befürchten, dass auch der Haushalt 2012 und 2013 von zahlreichen Bewirtschaftungsmaßnahmen begleitet wird, die etwa für Fördermittelempfänger die Verwaltungsverfahren extrem langwierig und schwierig machen. Die Landesregierung wäre gut beraten, wenn sie dagegen Vorsorge ergreift.