Nachruf: Rüdiger Biallas

Der FDP-Landesverband trauert um Rüdiger Biallas aus dem Kreisverband Jerichower Land, welcher am 23. April im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Während seiner langjährigen Mitgliedschaft hatte er sowohl kommunale Mandate, als auch verschiedene Parteiämter inne, war in den Jahren 1991 bis 1993 Mitglied des Landesvorstandes.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren, unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Tarricone: „Das Thema „Wolf“ ist kein Hype“

Tarricone: „Das Thema „Wolf“ ist kein Hype“

Zu dem Tweet von Wulf Gallert (DIE LINKE) zum Aufregerthema „Wolf“, äußert sich Kathrin Tarricone, Mitglied des Landesvorstandes der FDP Sachsen-Anhalt:

„Sicher gibt es momentan viele Herausforderungen, die auf politisches Handel warten. Die Suche nach dem Umgang mit dem Wolf als Hype abzutun ist aber unangebracht,“ sagt die Kreisvorsitzende der FDP Mansfeld-Südharz.

Der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt beziffert die Anzahl der 2017 von Wölfen getöteten Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder auf 1.660. Das sind 55 Prozent mehr als im Jahr davor.

„Ich bin hier mit dem DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke einer Meinung: der Wolf hat in Deutschland ein Existenzrecht. Dieses Existenzrecht allein reicht aber schon lange nicht mehr,“ sagt Tarricone.

Angesichts des steigenden Wolfszahlen hat der DJV gemeinsam mit anderen Verbänden des Aktionsbündnisses Forum Natur eine wildökologische Raumplanung vorgelegt. Demnach soll es künftig Wolfsschutzgebiete geben, in denen sich der Wolf ungestört ausbreiten kann. Dies sind beispielsweise große Truppenübungsplätze oder Naturschutzgebiete.

„Es soll aber auch Wolfsausschlussgebiete geben, in denen Rudel nicht geduldet werden. Dies sind alpine Regionen ebenso wie Deiche oder urbane Gebiete. Darüber müssen Fachleute zusammen mit politischen Entscheidern konstruktiv reden. Die Sorgen der Bevölkerung, gerade im ländlichen Raum, dürfen nicht einfach so vom Tisch gewischt werden, wie Herr Gallert das offenbar vorhat. Diese Art und Weise wird der Herausforderung im Miteinander von Wolf und Mensch nicht gerecht“, so Tarricone abschließend.

Erinnerungen an Dr. Kai Gleißner

Erinnerungen an Dr. Kai Gleißner

Nachruf von Karl-Heinz Paqué

Er hatte noch viel vor. Aber das Schicksal hat es anders gewollt.
Kai Gleißner ist mit 39 Jahren an den tragischen Folgen eines Unfalls verstorben.

Er gehörte mit Herz und Verstand zur liberalen Familie. Mehr als das: Ich kenne kaum jemanden, der so viel Energie, Leidenschaft und Zeit für den Liberalismus einsetzte wie er. Dies gilt sowohl für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit als auch für die Partei der Freien Demokraten.

Er war zunächst Stipendiat und später Altstipendiat der Stiftung – und dabei ganz selbstverständlich in wichtigen Gremien der Selbstverwaltung tätig. Später wurde er Forenleiter bzw. Programmmanager der Stiftung im Länderbüro Niedersachsen/Bremen. Er hat dort seit 2016 viele Veranstaltungen gestaltet und begleitet, im Durchschnitt mehr als eine pro Monat, bis in die allerjüngste Vergangenheit. Pläne für Künftiges lagen längst auf dem Tisch, bestens vorbereitet. Er war dabei thematisch vielseitig, organisatorisch begabt und stets maximal einsatzbereit. Wenn er etwas in in die Hand nahm, dann wusste man: Das wird was.

Als Mitglied der Freien Demokraten engagierte er sich im Kreisverband Magdeburg, der Stadt seines Studiums und seiner späteren universitären Tätigkeit, wo er auch vor wenigen Wochen seine Promotion an der Otto-von-Guericke-Universität erfolgreich abschloss – zu einem bildungswissenschaftlichen Thema, das ihn auch regelmäßig in osteuropäische und asiatische Länder führte, allen voran China. Er war in Magdeburg stellvertretender Kreisvorsitzender, der die intellektuelle Arbeit im Fachausschuss der Landes-FDP für Bildung bereicherte und beflügelte. Sein zweiter Arbeitsschwerpunkt war Europa: Er beteiligte sich intensiv an der fachlichen Diskussion über die politische Zukunft der Europäischen Union, und er nahm dabei stets eine pro-EU-Position ein – niemals unkritisch, aber stets mit guten Argumenten und Leidenschaft für ein Zusammenwachsen Europas. Er war auch engagiertes Mitglied im Bundesfachausschuss Internationales der FDP.

In seiner praktischen Parteiarbeit war Kai Gleißner ein Vorbild. Er scheute sich vor keinem Einsatz, auch auf der Straße bei Wind und Wetter. Ich selbst habe dies oft genug erlebt, zuletzt im Bundestagswahlkampf 2017 – am FDP-Stand im Zentrum Magdeburgs. Er liebte das Gespräch mit den Passanten, auch wenn es mühsam wurde. Manchmal musste ich schmunzeln, wenn er selbst mit unverbesserlichen Querulanten Argumente austauschte – über eine Stunde lang, während ich nach wenigen Minuten aufgegeben hatte. Ich bin sicher: So mancher von denen berichtete anschließend zu Hause, dass es bei den Liberalen tolle junge Leute gibt, die von ihrer Sache überzeugt sind und nie aufgeben – und dies selbst zur Zeit jener “Schattenjahre” 2013 bis 2017, als die Freien Demokraten nicht im Bundestag vertreten waren.

Ähnlich unermüdlich war sein Einsatz in den sozialen Medien, die er liebte. Auf Twitter hatte ich oft Gelegenheit zu beobachten, wie er mit hartnäckigen politischen Gegnern den Faden des Pro und Contra endlos weiterspann – mit großer Begeisterung für die Kraft des Arguments, aber auch mit jenem emotionalen Touch, der nötig ist, um im Internet zu überzeugen. Er war ein leidenschaftlicher junger Aufklärer. Genau solche Menschen braucht eine freiheitliche Gesellschaft.

Und er war noch etwas anderes: Zusammen mit seiner lieben Frau Anikó Merten war er ein Repräsentant jener jungen freiheitlichen Generation des wiedervereinten Deutschlands, bei der niemand erkennen kann, wo sie herkommt, aus West oder Ost. Die beiden wohnten zusammen in Braunschweig, er arbeitete in Magdeburg, und dort war er auch politisch tätig, während sie sich im FDP-Kreisverband Braunschweig engagierte. Der gar nicht so weite Weg zwischen den Partnerstädten über die ehemalige innerdeutsche Grenze bei Helmstedt-Marienborn war für beide eine Selbstverständlichkeit, physisch und vor allem mental. Auch darin war Kai Gleißner ein Vorbild. Anikó Merten, die er zurücklässt, ist es weiterhin – Vorbild für die Deutsche Einheit.

Hüskens: Individuelle Fehler oder strukturelle Mängel?

Hüskens: Individuelle Fehler oder strukturelle Mängel?

„Angesichts der Vorfälle in einer Magdeburger Straßenbahn, über die die Volksstimme heute berichtet, sind Polizei, aber auch die MVB gefordert, schnell zu prüfen, ob die Abläufe Ergebnisse individuellen Fehlverhaltens oder struktureller Mängel sind“, so Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP und Kreisvorsitzende der FDP Magdeburg.

Dabei sind gleich mehrere zentrale Fragen zu klären:

  1. Wie kann es sein, dass ein offensichtlich wiederholt gewalttätiger und psychisch labiler Mensch so frei durch die Republik fährt?
  2. Wie kann es zu einer solchen Fehleinschätzung der Situation durch die Polizisten vor Ort kommen, obwohl sie wissen konnten, dass ähnliche Taten bereits in NRW erfolgten?
  3. Wie wird aus Schlägen in das Gesicht bei zwei Opfern  ein Armbruch?
  4. Warum schließt der Straßenbahnfahrer Täter und ein Opfer in die Straßenbahn ein?

Dies sind einige der Fragen, mit denen sich auch der Landtag des Landes befassen muss. Es geht darum, dem Eindruck entgegenzuwirken, dass die Polizei Straftaten wie mehrfache Körperverletzung nicht ernsthaft verfolgt oder aufgrund von Überlastungen, nicht mehr verfolgen kann. Dabei kann eine zeitnahe und ernsthafte Aufklärung der Abläufe helfen, auch weil die biografischen Hintergründe von Täter und Opfer nicht geeignet sind, klassische Stereotype zu bedienen.

Dem jungen Mann, der sich als einziger eingemischt hat, dafür schwere Schläge einstecken musste und in der Folge schwere Verletzungen am Kopf erlitt: Herzlichen Dank für solchen Mut! Ihm und dem Opfer wünschen wir eine baldige Genesung und vor allem alles Gute bei den anstehenden Prüfungen.

Hüskens: Individuelle Fehler oder strukturelle Mängel?

Hüskens: Schulassistenten können eine Entlastung für die Lehrkräfte sein

“Auch wenn 15 Schulassistenten in einem zweijährigen Projekt zunächst nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, ist es erfreulich, dass das Land eine Forderung der Freien Demokraten in einem Projekt erprobt”, so Dr. Lydia Hüskens, stv. Landesvorsitzende der FDP. Die Entlastung der Schulleitungen von Verwaltungsaufgaben analog etwa zu Hochschulleitungen, ermögliche eine Konzentration auf die pädagogische Arbeit.

“Deshalb begrüßen die Freien Demokraten dieses Projekt und hoffen, dass es dazu führt, dass sich die Lehrer auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können”, so Hüskens. Sollte sich der Erfolg an diesen Schulen zeigen, sei es zwingend, dies zu verstetigen und im gesamten Land zu implementieren.