Als „Tropfen auf dem heißen Stein“ bezeichnet Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, das Vorhaben der Landesregierung, jetzt 100 Lehrer mehr einzustellen. “Die Landesregierung zeigt zugleich, dass ihre ganzen Bemühungen der letzten Jahre in eine falsche Richtung gegangen sind,” so Hüskens. “Es wird Aufgabe der kommenden Legislaturperiode sein, eine sinnvolle Schulstruktur zu erarbeiten, die das ganze Land im Blick hat und einen vernünftigen Kompromiss zwischen Entfernung zur Schule, Klassengrößen und Kosten darstellt.” Die Idee, Lehrerinnen und Lehrer quasi als “Wanderprediger” einzustellen und je nach Bedarf von Schule zu Schule fahren zu lassen, klinge zudem nicht nach einem erfolgsversprechenden Ansatz.
„Die Nachbarländer stellen Lehrer massiv in den Landesdienst ein und verbeamten diese. Sachsen-Anhalt kommt mit einem für die Pädagogen unattraktiven Vorschlag. Das zeigt: Hier hat die Landesregierung die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Oder sie will mit Hilfe von Schlagzeilen nur den Eindrucken erwecken, das Problem zu lösen.“
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Dr. Lydia Hüskens
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39106 Magdeburg
Dr. Lydia Hüskens, stv. FDP-Landesvorsitzende, zur Aktuellen Debatte im Landtag von Sachsen-Anhalt: Weltoffenheit und Toleranz gegenüber Menschen aus anderen Kulturen entwickeln sich nicht als Selbstläufer oder infolge einer politischen Absichtserklärung. Es ist sicher wichtig, wenn die politischen Akteure dokumentieren, dass sie ein weltoffenes Sachsen-Anhalt wollen. Um zu überzeugen, müssen sie dies aber auch leben.
In Sachsen-Anhalt herrscht seit Jahren eine Politik, die bei Zuwanderung immer wieder die Rückwanderung von Landeskindern medienträchtig in den Vordergrund gerückt hat und damit andere Zuwanderer zurücksetzt. Die Freien Demokraten Sachsen-Anhalts fordern die Landespolitik auf, ein Konzept zu erarbeiten, das die einzelnen Stationen zuwanderungswilliger oder Schutz suchender Menschen von außerhalb der europäischen Union verantwortungsvoll vorbereitet und begleitet. Dabei sind Angebote der öffentlichen Hand und zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement zu bündeln.
Allen Menschen, die für eine längere Zeit zu uns kommen, hilft die Kenntnis der deutschen Sprache und grundlegender Rechtsnormen und Wertvorstellungen bei der Integration. Dabei muss Sachsen-Anhalt neben Lehrkräften, die für die Vermittlung der deutschen Sprache an Ausländer ausgebildet sind, möglichst schnell auch auf fachfremde Lehrkräfte zurückgreifen. Eine zügige Sprachvermittlung für möglichst viele Flüchtlinge muss Vorrang vor formalen Aspekten haben. Die Bereitschaft hier konkret zu helfen, ist bei vielen Menschen vorhanden. Man muss sie (zu)lassen und fördern. Gleichzeitig müssen die Behörden die Bürger verstärkt und vor allem frühzeitig und umfassend informieren, wenn Flüchtlinge in einem Ort aufzunehmen sind. Dies hilft Ängste und Vorurteile abzubauen. Fremdenfeindlichkeit kann so wenigstens zu einem Teil der Boden entzogen werden. Gleichzeitig muss klar sein, dass wir als Gesellschaft Vorgänge wie in Tröglitz nicht akzeptieren.
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“Wenn ein Finanzstaatssekretär von Sachsen-Anhalt und eine Weltfirma eine Bil-dungskooperation unterzeichnen, ohne dass der für Bildung zuständige Minister etwas davon weiß, dann ist dies schlicht ein politischer Skandal,” so Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP und lange Jahre finanzpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. “Wenn man bedenkt, dass beide Minister derselben Partei angehören, dann lässt dies tief blicken.” Datenschutz ist bei SPD-Politikern offenbar in schlechten Händen.
Ebenfalls ein Skandal ist, dass die datenschutzrelevanten Nebenabreden zum Vor-vertrag ohne Kenntnis und Zustimmung des Datenschutzbeauftragten des Landes und des zuständigen Landtagsausschusses vereinbart wurden. Dabei wäre es an-gesichts der NSA-Affären besonders wichtig, US-Konzernen genau auf die Finger zu schauen, denn sie unterliegen Offenlegungspflichten aus dem US-Patriot Act. No-Spy-Klauseln helfen da wenig, weil die öffentliche Verwaltung kaum in der Lage ist, deren Einhaltung zu prüfen. Die Grundsätze für eine Lösung – nicht nur in diesem Politikfeld – sind aus Sicht der freien Demokraten: dezentral vor zentral, Open Source und Wettbewerb statt Microsoft und Monopol.
Gegen die Schaffung eines modernen Schulnetzes in Sachsen Anhalt ist im Kern nichts zu sagen, jedoch sollten bei der Nutzung von „Office365“ die Alarmglocken schrillen. Es ist davon auszugehen, dass Microsoft auf diesem Wege die nächsten Generationen von neuen Nutzern gewinnen möchte. Ebenso sollte nicht vergessen werden, dass „Office365“ in Europa in Irland gehostet wird und somit das sehr viel striktere deutsche Datenschutzrecht nicht greift. Voraussetzung für den Vertrag ist nicht ohne Grund offenbar die Erfassung der Daten aller Lehrer/innen und Schü-ler/innen des Landes Sachsen-Anhalt.
Losgelöst von den datenschutzrechtlichen Fragen, welche diese Kooperation auf-wirft, muss ebenso betrachtet werden, inwieweit das Land Sachsen-Anhalt über entsprechende IT-technisch qualifizierte Lehrer/innen verfügt. Es reicht nicht aus, in wenigen Schulen mit europäischen Fördergeld Whiteboards an die Wand zu hängen und das digitale Klassenzimmer auszurufen. Es braucht die entsprechend qualifizierten Lehrer/innen, welche die Technik verstehen, damit umgehen können, keine Angst davor (und vor technikaffinen Schülern) haben, sondern mutig neue didaktische Wege mit den Möglichkeiten neuer Technik gehen. Die bisher durchgeführten Fortbildungsmaßnehmen des Landes sind eher dürftig, die Einbindung von Experten aus der Region eher zufällig, Konzepte hin zu einem Medienkompetenzschein für jeden Schüler/jede Schülerin am Ende seiner/ihrer Schullaufbahn fehlen. Hier zu investieren wäre sinnvoller als ein Vertrag mit Microsoft. Denn entsprechend ausgebildete Lehrer wären neben der Vermittlung von IT-Grundlagen auch in der Lage, einen bewussten Umgang mit der digitalen Welt zu vermitteln und Alternativen zu den Angeboten von Microsoft zu nutzen.
Das Open Source Programm Libre Office ist eine solche Alternative, weil es in sei-nen Funktionen den Produkten von Microsoft in nichts nachsteht. Hier begibt man sich nicht in Abhängigkeit von einem Softwareanbieter, sondern hat die Möglichkeit selber im Auftragsverfahren Anpassungen vorzunehmen, hat zudem Zugriff auf den entsprechenden Quellcode. Die Daten von Lehrern und Schülern (und von anderen Beteiligten) werden hier nicht durch einem kommerziellen Anbieter „betreut“.
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Als schlechten Witz bezeichnet Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende FDP-Landesvorsitzende, die Forderung des neuen Landesrechnungshofpräsidenten Barthel nach stärkeren Sparanstrengungen und nach Aufnahme einer Verschuldungsbremse in die Verfassung. „Kay Barthel hatte als zuständiger finanzpolitischer Sprecher der CDU in den letzten vier Jahren doch alle Möglichkeiten, den Haushalt zu gestalten. Raum dafür war genug – die Steuereinnahmen waren stets höher als geplant. Die Begehrlichkeiten jedoch ebenfalls. Echte Sparhaushalte kamen deshalb nicht zustande.“
Vor allem die Begründung, die Aufnahme der Schuldenbremse sei bisher an den Linken gescheitert, entbehre nicht einer gewissen Komik, sei doch Barthel selbst gerade ohne die Stimmen der Linken mit einer Zweidrittel-Mehrheit zum Präsidenten des Landesrechnungshofes gewählt worden. CDU, SPD und Grüne könnten mit einer verfassungsändernden Mehrheit politisch handeln, wenn sie eine Schuldenbremse wirklich in die Verfassung aufnehmen wollten. „Fakt ist, dass es selbst innerhalb der Regierungsfraktionen keine Mehrheit für diese Verfassungsänderung gibt. Wie bei so vielen Themen in dieser Legislaturperiode klaffen Forderungen und Ankündigungen einerseits und politisches Handeln andererseits weit auseinander. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies bei Barthels Arbeit im Rechnungshof nicht fortsetzt und er für eine parteipolitisch unabhängige Amtsführung steht”, so Lydia Hüskens abschließend.
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“Einmal mehr sei das Finanzministerium des Landes gefordert, sorgfältiger zu arbeiten”, kommentiert Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP den laxen Umgang des MF beim Abschluss eines Vertrages zwischen Land und Microsoft für den Einsatz in den Schulen des Bundeslandes und fordert, einen möglichen Vertragsabschluss mit Microsoft zu schieben.
“Es ist zwar erfreulich, dass das Finanzministerium den Handlungsbedarf bei der digitalen Infrastruktur in den Schulen anerkennt,” so Hüskens,
“dies ist aber auch schon alles, was man positiv vermerken kann.”
Der konkrete Umgang von der Nichteinbeziehung des zuständigen Fachressorts bis hin zur fehlenden Kommunikation mit dem Datenschutzbeauftragten sei indiskutabel.
Zuerst müsse doch geklärt werden, welches inhaltliche Konzept die Schulen mit welchen Lehrern verfolgen wollen, um dann zu klären, welche Software dazu erforderlich ist.
Auch dürfe man nach der Bindung aller Landesleistungen im IT-Bereich an Dataport schon fragen, ob die vertragliche Bindung mit Microsoft zwingend sei.
Alternative Lösungen vor allem Open Source Software seien vorher zu prüfen. Microsoft habe zwar quantitativ aufgrund seiner Größe einen Sonderstatus aber kein qualitatives Alleinstellungsmerkmal.
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