Koalitionsstreit nutzen für mehr Qualität in den Aufsichtsräten

Koalitionsstreit nutzen für mehr Qualität in den Aufsichtsräten

“Wenn Kenia die Gelegenheit nutzt, um statt männlicher Vertreter der Ministerialbürokratie, die nur selten die Zeit aufbringen können, sich intensiv mit dem Unternehmen zu befassen, nun Frauen mit fachlicher Expertise, etwa als Unternehmerin, Professorin oder Verbandsvertreterin zu entsenden, würden alle gewinnen,” so Hüskens. Vor allem aber würden fachlich qualifizierte Aufsichtsräte – egal welchen Geschlechts – den Unternehmen gut tun und damit dem Land Sachsen-Anhalt. Angesichts des passend zum Internationalen Frauentag am 8. März erneut aufgeflammten Koalitionsstreit um den Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der vom Land dominierten Unternehmen, fordert Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalts die Kenia-Koalition auf, den Dissens im Sinne einer Qualitätssteigerung aufzulösen.

Die FDP Sachsen-Anhalt reagiert damit auf den erneuten Koalitionsstreit, der vorsieht 50 Prozent der Aufsichtsratsstellen im Land mit Frauen zu besetzen, eine Quote, die die CDU, anders als SPD und Grüne auf 30 Prozent absenken will.

Bei der Vergabe der Mandate für das Kontrollgremium soll aus Sicht der Freien Demokraten alleine die Fachkompetenz das entscheidende Kriterium sein. Aus der Ministerialbürokratie seien diese Ämter schwer zu besetzen, ohne Interessenskonflikte oder Probleme mit zeitlichen Kapazitäten zu verursachen. Um die Landesunternehmen zu kontrollieren braucht das Land keine Minister oder Ministerialbedienstete in den Aufsichtsräten, dies gilt für die IMG genauso wie für die Lotto-Gesellschaft. Dazu hat es als Gesellschafter genügend Möglichkeiten.

„Wir müssen erreichen, dass gerade bei Unternehmen der öffentlichen Hand betriebswirtschaftliche und die jeweiligen fachlichen Kenntnisse das Qualifikationskriterium sind – nicht  die schlichte Tatsache, irgendein öffentliches Amt zu bekleiden“, fordert Hüskens.

Koalitionsstreit nutzen für mehr Qualität in den Aufsichtsräten

Hüskens: Poker um den Landeshaushalt

Die Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsjahres 2017 belaufen sich auf 11,2 Milliarden  Euro, für 2018 sind sogar 11,3 Milliarden Euro geplant. “Dieser Landeshaushalt ist kein Gestaltungshaushalt, sondern ein Haushalt der Unvernunft”, so Hüskens. „Kenia kauft sich seinen Spielraum auf Kosten kommender Haushalte. Wir verfügen aktuell über die höchsten Steuereinnahmen in der Geschichte Sachsen-Anhalts. Zu diesem Zeitpunkt die Reserven anzutasten ist absolut fahrlässig, “ warnt Hüskens. Der Haushalt zeigt zudem, wie gering der Rückhalt ist, den Finanzminister Schröder in dieser Regierung hat. Die Reden von AfD und Linken machen allerdings deutlich, dass auch dort keine alternativen Konzepte bestehen.

Die Entnahme aus der Steuerschwankungsreserve, die eigentlich für Jahre mit niedrigen Steuereinnahmen vorgesehen ist, steigt auf über 300 Millionen Euro. Über 160 Millionen Ausgaben haben aktuell noch keine Gegenfinanzierung. Die Haushaltsaufstellung für die beiden laufenden Haushaltsjahre vermittelt den Eindruck, als ob es für Kenia kein Morgen gebe.  Für konjunkturelle Schwankungen, niedrigere Steuereinnahmen, höhere Zinsen oder Tarifabschlüsse, die die Landesbediensteten an die Vergütungen der kommunalen Angestellten heranführen würden, gibt es jetzt keinerlei Reserven mehr.

Verwaltungsleiter in Schulen einführen

Verwaltungsleiter in Schulen einführen

Die Freien Demokraten begrüßen die Initiative der Arbeitgeber, die Lehrerinnen und Lehrer von fachfremden Aufgaben zu entlasten.

Die FDP fordert die Landesregierung auf, mit einem Pilotmodell in größeren Schulen Verwaltungsleiter einzuführen, die analog zu den Hochschulen das pädagogische Personal entlasten. Von Bürokratieabbau kann im Bildungsbereich nicht die Rede sein, eher im Gegenteil: Schulen sind mit einer Vielzahl von Verwaltungsvorschriften, Statistikpflichten und Organisationsaufgaben konfrontiert und müssen diese neben dem pädagogischen Alltag bewältigen.

“Verwaltungsleiter helfen dabei, sodass sich die Lehrerinnen und Lehrer stärker auf die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern konzentrieren können”, so Dr. Lydia Hüskens, stv. FDP-Landesvorsitzende.

Koalitionsstreit nutzen für mehr Qualität in den Aufsichtsräten

Haushaltsklarheit und Haushaltswahrheit gewährleisten

Der Landtag ist gefordert, den Haushaltsplanentwurf, den die Landesregierung ihm zugeleitet hat, deutlich zu verbessern. Der Entwurf der Landesregierung muss zumindest soweit verändert werden, dass er Mindeststandards eines seriösen Haushaltes erfüllt. “Es ist nachvollziehbar, dass die Landesregierung sich verpflichtet fühlt, ihre zahlreichen Wahlversprechen zu finanzieren, es ist aber verantwortungslos, dafür die Zukunft des Landes in einem solchen Umfang zu belasten,” so Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP.

Die Regierungsfraktionen sind gefordert, die globalen Minderausgaben aufzulösen, denn ungedeckte Ausgaben von fast 200 Millionen Euro sind ein erhebliches Risiko für den Haushaltsvollzug. Zudem sei eine Schuldentilgung einzustellen, die wenigsten verhindert, dass die Pro-Kopf-Verschuldung weiter steigt, auch wenn dies eine Erhöhung der aktuellen Tilgungssumme auf 200 Millionen Euro bedeutet.

Gleichzeitig weise die Kritik des Steuerzahlerbundes etwa zur Intransparenz der Veranschlagung der Personalstellen darauf hin, dass die Qualität der Haushaltsaufstellung deutlich verbessert werden kann. Damit kann die Regierungskoalition auch dem Vorwurf begegnen, die Ministerien und Ressorts schafften unter der Hand zahlreiche neue Personalstellen.

Verwaltungsleiter in Schulen einführen

AfD: Viel Lärm um nichts

Als “Lärm um nichts” bezeichnete Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, den jüngsten Vorstoß der AfD, modernen Sexualkundeunterricht in den Bildungseinrichtungen Sachsen-Anhalts zu erschweren.

“Dass der Sexualkundeunterricht in Sachsen-Anhalt ein Problem darstellt, ist mir neu”, so Hüskens. “Es gibt zahlreiche bildungspolitische Themen in unserem Land, über die es sich zu streiten lohnt. Das Schulsterben im ländlichen Raum, der Lehrermangel oder die hohen Schulabbrecherquoten sind nur einige davon.”

Es wäre sinnvoll, wenn sich die größte Oppositionsfraktion im Landtag Sachsen-Anhalts einmal mit den ernsthaften Themen befasst und eigene Lösungsvorschläge dazu entwickelt. Immerhin erhalten Fraktion und Abgeordnete dafür öffentliche Mittel und nicht dafür, mit lautem Geschrei Probleme zu bewundern, die es nicht gibt.

PS: Wenn sich die AfD dann wirklich ernsthaft mit dem Thema Sexualerziehung auseinandersetzen will, empfehle ich die einschlägige Seite auf dem Bundesbildungsserver: http://www.bildungsserver.de/Sexualerziehung-Sexualkunde-790.html und die Broschüre über “Richtlinien und Lehrpläne zur Sexualerziehung” http://www.dgg-ev-bonn.de/conpresso/_data/BZgA_KMK2004.pdf