Solide Unternehmen brauchen solide Straßen. Deshalb ist die Infrastruktur für uns ein unverzichtbarer Teil der Wirtschaftspolitik. Wir fordern: A14 und A143 zügig ausbauen!
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Sachsen-Anhalt wurde in diesem Jahr von einem Zustrom an Flüchtlingen überrascht, der die vorgehaltenen Kapazitäten überfordert. Unabhängig davon, ob die Landesregierung schneller hätte reagieren müssen, haben jetzt die menschenwürdige Unterbringung und elementare Hilfen, wie Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung Priorität. Zum Ende des Sommers müssen die provisorischen Zeltstädte in den Erstaufnahmen durch feste Unterkünfte ersetzt sein.
Perspektivisch stellen die Freien Demokraten an die Regierungen in Bund und Land folgende Forderungen:
1. Der Stau bei den Asylanträgen muss beseitigt und die Verfahren beschleunigt werden. Dazu brauchen wir mehr Mitarbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dafür müssen geeignete Mitarbeiter aus allen Bundesbehörden abgeordnet werden. Der Bund muss seine Priorität klar festlegen. Statt tausende Bundesbedienstete mit der Kontrolle der bürokratischen Mindestlohnvorschriften zu beschäftigen, muss eine verantwortungsvolle Politik sie dort einsetzen, wo sie dringend benötigt werden. Auch die Länder können dem Bund – etwa auf dem Weg der Abordnung – kurzfristig Personal zur Verfügung stellen.
Generell dürfen neue Verfahren nicht länger als drei Monate dauern. Flüchtlinge müssen möglichst schnell aus den Erstaufnahmestellen in die Kommunen ziehen können. Dadurch kann auch die Integration vor Ort früher beginnen und den verfolgten Menschen ein Stück Lebensnormalität bringen. Um diese Situation zu bewältigen, sind alle Stellen der öffentlichen Hand aber auch die Zivilgesellschaft gefordert.
2. Für Flüchtlinge, die aus Staaten wie Syrien und Eritrea kommen, bei denen Asylanträge in ganz überwiegendem Maß anerkannt werden, bedarf es einer pauschalen Stichtagsregelung. Nach einer Sicherheitsüberprüfung sollte allen Antragstellern aus diesen Ländern ein Aufenthaltsstatus erteilt werden, die zum Stichtag bereits länger als sechs Monate auf die Bescheidung ihres Antrages warten.
3. Dagegen sind andere Länder – etwa vom Westbalkan – zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Hier bestehen in der Regel keine Fluchtgründe wegen Bedrohung von Leib und Leben. Diese Menschen verlassen ihre Heimat, um sich bei uns ein besseres Leben für ihre Familien aufzubauen. Das ist verständlich, darf aber nicht die Asylverfahren von Verfolgten und Flüchtlingen belasten. Deshalb sollten wir Ihnen bereits in ihren Heimatländern andere Möglichkeiten eröffnen, zu uns zu kommen, sofern sie auf unserem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Informations- und Bewerbungszentren in den Herkunftsländern können erste Anlaufstellen sein. Diese können Arbeitsvisa für Fachkräfte ausstellen. Wer bei uns Arbeit findet, Steuern und Sozialabgaben zahlt, ist uns mit seiner Familie willkommen. Dafür fordern wir ein Einwanderungsgesetz.
4. Wer keinen Asylgrund und auch keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz hat, muss umgehend in sein Heimatland zurückkehren, notfalls per Abschiebung. Auch diese Verfahren dürfen nicht länger als drei Monate dauern, damit sich Integrationsbemühungen auf diejenigen konzentrieren, die bei uns bleiben.
Bis dies umgesetzt ist, muss gelten:
5. Der beste Weg zu einer gelungenen Integration führt über die Sprache. Daher bedarf es – ganz gleich ob Asyl oder Arbeitsplatz gesucht werden – zuerst der Feststellung der Sprachkenntnisse und sofort nach Feststellung des
Aufenthaltstitels, des Angebotes von Sprach-und Integrationskursen. Die Teilnahme sollte für den Antragsteller kostenlos, aber verpflichtend sein. Sie müssen flächendeckend in ausreichender Anzahl angeboten werden; es darf nicht sein, dass die Integrationschancen eines Menschen davon abhängen, in welcher Region man ihm eine Unterkunft zugewiesen hat. Gerade Kindern mit Sprachdefiziten müssen wir helfen: Ihnen muss die Teilnahme an Sprach- und Integrationskursen so früh wie möglich nach Ankunft in Deutschland ermöglicht werden. Ist der Aufenthaltstitel noch unklar, sollen die bestehenden Ehrenamtsprojekte im Bereich des Sprachunterrichtes bereits an die deutsche Sprache und Kultur heranführen.
6. Wer seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann, gewinnt Selbstvertrauen und ist auf dem besten Weg, in die Gesellschaft integriert zu werden. Wir müssen deshalb dafür sorgen, dass auch Asylbewerber ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten dürfen, wenn sie es können. Standardisierte Qualifikationsabfragen schon in den Aufnahmestellen können ein erster Schritt sein, um die individuellen Fähigkeiten frühzeitig festzustellen. Sind die beruflichen Fähigkeiten der Flüchtlinge bekannt, kann man Menschen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bei uns bleiben werden, gezielt vermitteln. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Erstaufnahme und den Arbeitsverwaltungen in den Landkreisen erforderlich. Wenn möglich sollte bei der Zuweisung zu einem Landkreis auf potentielle Arbeitgeber Rücksicht genommen werden.
7. Wir müssen junge Flüchtlinge ermutigen, eine Ausbildung zu absolvieren, um ihnen eine Zukunft zu eröffnen. Das sind wir ihnen schuldig und auch unserem Land, denn sie werden die Fachkräfte von morgen sein, die Deutschland dringend benötigt. Die meisten von ihnen sind hoch motiviert. Da, wo aufgrund der Flucht kein Nachweis über Vorqualifikation vorhanden ist, lässt sich dies testen. Um die Ausbildungszeit erfolgreich bestehen zu können, brauchen die Menschen Sicherheit – in jeder Hinsicht. Deshalb dürfen sie während der Ausbildung und der folgenden 18 Monate nicht von Abschiebung bedroht sein. Betreuung und Schulbesuch müssen – auch durch die Inanspruchnahme von BAföG – bis zum 25. Lebensjahr möglich sein. Dann muss niemand mehr, nur weil er volljährig wird, seine Schulausbildung abbrechen. Dies gilt innerhalb dieses Zeitraums auch für den Besuch einer Hochschule.
Für Sprache und Ausbildungsstand gilt: die jeweiligen Vorkenntnisse müssen in der Erstaufnahme festgestellt werden. Dies würde das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge derzeit überfordern. Deshalb sind Hochschulen, Kammern und Arbeitsverwaltung gefordert, den Bund bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Ebenso muss gelten, dass die kommunalen Behörden, in deren Bereich die Asylsuchenden ziehen, hinreichend informiert werden, um zeitnah miteinander entsprechende Maßnahmen zu vereinbaren.
Zudem fordern die Freien Demokraten:
8. Die Landesregierung muss einen zentralen Flüchtlingskoordinator einsetzen. Angesichts der enormen Herausforderungen für unser Land, die der weitere Anstieg der Asylbewerberzahlen mit sich bringen wird, sind eine bestmögliche Verzahnung und eine zentrale Bündelung sämtlicher staatlicher Zuständigkeiten und Hilfsmaßnahmen unerlässlich. Aus diesem Grund fordern wir die Einrichtung einer Stelle eines Koordinators, der sich in den kommenden Jahren ausschließlich mit der Flüchtlingsthematik befasst und als zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten auf den verschiedenen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Ebenen fungiert. Denn alleine durch ein isoliertes Nebeneinander und dem ständigen Verweis auf die Zuständigkeit des Bundes werden wir dieses aktuelle Problem nicht bewältigen können.
9. Mehr Transparenz und Information für die aufnehmenden Kommunen. Um die Aufnahme der Flüchtlinge in den Kommunen zu erleichtern, ist eine umfassendere Information erforderlich. Mandatsträger, ehrenamtliche Helfer aber auch die Gesamtheit der Einwohner müssen besser informiert werden als dies bislang der Fall ist. In der Asylpolitik wie in allen Politikbereichen gilt, dass nur eine Politik von der Akzeptanz einer breiten Bevölkerung getragen wird, die auf Fairness setzt. Nur wenn auch für die deutsche Bevölkerung erkennbar ist, dass Asyl nur denen gewährt wird, die wirklich Hilfe brauchen und aus anderen Regionen nur Menschen zuziehen können, die hier Arbeit finden, werden Übergriffe wie in Tröglitz auf breite Ablehnung stoßen. Solchen Aktionen muss mit gesellschaftlicher Ablehnung und auch mit den Instrumenten des Rechtsstaates begegnet werden.
10. Gesundheitsversorgung unbürokratisch organisieren. Momentan muss noch jeder Arztbesuch genehmigt werden. Das überfordert nicht nur die zuständigen Sozialbehörden, sondern degradiert die Flüchtlinge im Gesundheitsbereich zu Menschen zweiter Klasse. Mit einer Krankenkarte sollen die Flüchtlinge unkomplizierteren Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung erhalten. Dazu muss der Bund den Ländern zügig erlauben, Rahmenverträge mit den Krankenkassen zu schließen.
11. Die staatliche Ebene, die über die Aufnahme der Antragsteller entscheidet, soll auch die Kosten während des Verfahrens tragen. Der Bund muss künftig vollständig die finanziellen Leistungen für Asylbewerber übernehmen. Damit sind gleichzeitig die Kommunen nicht mehr Leidtragende von überlangen Asylverfahren, deren Beschleunigung sie selbst nicht in der Hand haben.
Wie schon in 2013 und in 2014 lautet die Botschaft des Kultusministers auch 2015 die Unterrichtsversorgung sei gesichert, dank höherer Einstellungszahlen bei den Lehrkräften und einer Personalquote, die 103 Prozent des rechnerischen Bedarfes entspreche. “2013 und 2014 liegen hinter uns und wir wissen, dass die Unterrichtsversorgung mit 103 Prozent nicht gesichert war,” kritisiert Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende FDP-Landesvorsitzende, den Zweckoptimismus des Ministers. “Hohe Ausfallstunden waren in den letzten Jahren eher die Regel als die Ausnahme.”
Auch für das kommende Schuljahr ist der rechnerische Bedarf der Schultypen – mit Ausnahme der Schulen des zweiten Bildungsweges – nur zwischen 100 und etwa 102 Prozent gedeckt. Die GEW wies schon 2014 darauf hin, dass zwischen 8 und 10 Prozent des Unterrichtes in unserem Land aufgrund von Krankheiten, auch als Ergebnis des hohen Durchschnittsalters unserer Lehrer, ausfallen. Die jetzt genannten Zahlen sind also besorgniserregend und nicht beruhigend, zumal die Aufgabe der Integration einer steigenden Zahl von Flüchtlingskindern hinzukommt. Auch in 2015/16 könnte es für das Kultusministerium heissen: Klassenziel verfehlt.
Die Freien Demokraten fordern seit Jahren eine Schulpolitik, die die Schule in der Fläche stabilisiert, etwa indem sie Entfernung und Mindestschülerzahlen kombiniert oder jahrgangsübergreifenden Unterricht in den Grundschulen zulässt. Ebenso gehört eine unbürokratischere Anerkennung von Lehrbefähigungen etwa bei Lehrern aus dem Ausland etc. zu den Forderungen der Liberalen.
Kontakt:
FDP Sachsen-Anhalt
Landesgeschäftsstelle
W.-Rathenau-Str. 33b
39106 Magdeburg
Die Jungen Liberalen (JuLis) in Sachsen-Anhalt starten bereits jetzt in den Wahlkampf für die Landtagswahl im kommenden Frühjahr. Mit ihrem Spitzenkandidaten Kilian Heinrich, 20, der für die Freien Demokraten in Halle als Direktkandidat ins Rennen geht, sammeln sie Unterstützerunterschriften in seinem Wahlkreis 38, der unter anderem die Stadtteile Südstadt und Silberhöhe umfasst.
„Andere Parteien sind noch weit vom Kontakt mit den Menschen im Land entfernt. Die Freien Demokraten aber müssen dieses Mal landesweit in jedem Wahlkreis Unterstützerunterschriften sammeln, um zur Landtagswahl antreten zu können.“, so Heinrich. „Gerade das sehen wir als Chance und nicht als Problem. Wir nutzen die Möglichkeit, um mit den Bürgern über meine inhaltlichen Schwerpunkte Bildung, Digitalisierung und Bürgerrechte zu sprechen – und um zu zeigen, dass wir unsere Hausaufgaben auch in der außerparlamentarische Opposition erledigt haben.“
Kilian Heinrich studiert an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Politik und Wirtschaft und hat sich vor kurzem selbstständig gemacht. Auf der Landesvertreterversammlung der Freien Demokraten am 29. August wird er für Platz sieben der Landesliste kandidieren, um im Falle eines erfolgreichen Wahlausgangs jungliberale Inhalte auch im Magdeburger Landtag vertreten zu können.
Kontakt
Junge Liberale Sachsen-Anhalt e.V.
Große Ulrichstraße 44
06108 Halle (Saale)
Beschluss des Landesparteitages der FDP Sachsen-Anhalt am 25.04.2015
Die FDP Sachsen-Anhalt fordert eine Bildungsinitiative 2025 für Sachsen-Anhalt, deren Ziel es ist, die Bildungschancen aller Bürger zu erhöhen und das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt grundsätzlich zu stärken.
Ziel ist nicht weniger als die beste Bildung.
Dies ist nur mit starken Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, zu erreichen, in denen den am Bildungsprozess Beteiligten (Eltern, Lehrern) mehr Freiheit und Eigenverantwortung überlassen wird. Mehr Freiheit und Eigenverantwortung bedeutet für uns, dass:
Schulen und Hochschulen über ihre Bildungskonzeptionen und -angebote selbst entscheiden können und die Eigenverantwortung der Bildungseinrichtungengestärkt werden,
Eltern selbst entscheiden können, welche Schule für ihr Kind die Beste ist,
Inklusion nicht nur gefordert, sondern auch finanziell und organisatorischangegangen wird, aber Eltern weiterhin Mitspracherecht über eine inklusive Beschulung ihrer Kinder erhalten,
die Durchlässigkeit des Bildungssystem so groß wie möglich ist und einem jeden Chancen zum Aufstieg gibt,
junge Menschen ihren Fähigkeiten entsprechende Bildungs-Angebote erhalten.
Es muss endlich Schluss sein mit einer Bildungspolitik, deren Ziel es alleine ist, Kostenvorgaben des Finanzministeriums einzuhalten. Bildungspolitik muss das Fundament legen für die zukünftige Entwicklung unseres Landes. Im nationalen und internationalen Wettbewerb werden wir nur bestehen können, wenn wir den Weg hin zu einer Wissensgesellschaft konsequent gehen und die jungen Menschen bedarfsgerecht und auf ihre Fähigkeiten hin ausbilden und ihnen dennoch die Freiheit zur Selbstverwirklichung geben. Hier muss Bildungspolitik ansetzen und darf Entwicklungen, wie z.B. im Bereich Industrie 4.0 nicht verschlafen.
Die Freien Demokraten fordern daher eine Bildungsinitiative, die folgende Aspekte berücksichtigt:
Kindergarten
Bildungsprozesse beginnen bereits im vorschulischen Alter. Daher nehmen gerade Kindergärten eine wichtige Rolle in der frühkindlichen Bildung ein. Eine qualifizierte Ausbildung der Erzieher/innen ist daher ein wesentlicher Ansatzpunkt eines modernen Bildungssystems. Um diese Tätigkeit attraktiv zu gestalten, bedarf es einer gerechten und den Aufgaben entsprechenden Vergütung.
Die Freien Demokraten halten die KiföG-Novellierung für falsch. Die negativen Folgen für junge, berufstätige Eltern zeichnen sich bereits jetzt ab. Die Betreuung in Kindereinrichtungen muss auch für Erwerbstätige finanzierbar bleiben, um Familie und Beruf in Einklang bringen zu können. Wir treten für die Wiederherstellung der wesentlichen KiföG-Regelungen von 2004 ein.
Grundschulbereich
Zur besten Bildung gehört für die Freien Demokraten ein enges Netz öffentlicher und privater allgemeinbildender Schulen mit einem abgestimmten öffentlichen Personennahverkehr. Kein Grundschüler soll länger als eine halbe Stunde zur Schule fahren. Damit wird nicht nur eine gute Bildung, sondern auch eine wohnortnahe Beschulung gesichert. Dies ist in allen dünn besiedelten Regionen Europas ein wichtiger Ansatz, um der Landflucht vorzubeugen. Das Land legt auf Basis dieserGrundannahmen eine Schulnetzplanung vor, die mit einer seriösen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung untersetzt wird.
Alle Grundschulen können sich im Rahmen einheitlicher Bildungsstandards ein eigenes pädagogisches Konzept erarbeiten. Gerade in dünnbesiedelten Regionen unseres Landes gehören dazu auch Konzepte, die es dem Land ermöglichen, die „Schule im Dorf zu lassen” wie homelearning, jahrgangsübergreifendes Lernen, Unterricht per Internet etc…
Weiterführende Schulen
Die FDP Sachsen-Anhalt bekennt sich klar zum mehrgliedrigen Schulsystem. Dieses fördert die unterschiedlich ausgeprägten Talente junger Menschen. Praxisorientierte Schüler müssen genauso gute Bedingungen vorfinden, wie Schüler, die ein Studium anstreben. Die Durchlässigkeit der Schulformen ist zu sichern, aber nicht das Abitur zum Schulabschluss für alle zu machen. Die Abschlüsse an der Sekundar- und Gemeinschaftsschule müssen gemeinsam mit der dualen Ausbildung ein gutes Fundament für den Start in das Berufsleben bieten. Handwerkliche und technische Berufsausbildungen Sind in Sachsen-Anhalt gleichrangig zum Abitur zu sehen.
Für das Abitur müssen in Deutschland die gleichen Standards gelten, und auch wie 2012 in Teilen beschlossen, umgesetzt werden. Die Abstimmungen zu den Abiturvorgaben mit Bayern, Sachsen, Hessen und Thüringen sind der richtige Weg.
Es muss unser Ziel sein, eine Abstimmung aller Länder auf hohem Niveau zu erreichen.
Unser Ziel ist: Bildung in Sachsen-Anhalt muss die beste Bildung im Ländervergleich sein. Hierzu brauchen wir einen Wettbewerb um die besten Konzepte. Dieser Wettbewerb zwischen den Schulen soll durch die Öffnung der Schulbezirke erreicht werden. So werden Schulen motiviert, sich neben der verpflichteten Allgemeinbildung auf Kernkompetenzen zu konzentrieren, um sich ein Alleinstellungsmerkmal zu geben. Dies erhöht den Wert der Bildung und bietet den Lehrern die Möglichkeit auf die Interessen und Stärken der Schüler besser einzugehen. Dabei können individuelle Bildungskonzepte entlang des mehrgliedrigen Schulsystems umgesetzt werden.
Inklusion
Für Liberale steht der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen im Zentrum ihrer Politik. Ziel der FDP Sachsen-Anhalt ist es mehr Freiheit für mehrMenschen zu ermöglichen. Wir wollen, dass alle – so wie sie sind – am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und die Chance zum Aufstieg durch Bildung erhalten. Menschen mit körperlichem bzw. geistigem Handicap haben es dabei ungleich schwerer. Wir setzen uns dafür ein, das abzubauen, was Menschen hindert gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Die FDP Sachsen-Anhalt tritt dafür ein, dass Eltern (Erziehungsberechtigte) wählen können, ob ihr Kind an einer für das Kind geeigneten Schule inklusiv oder an Förderschulen beschult wird. Wir wollen, dass Allgemeinbildende Schulen so ausgestattet werden, dass Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen entsprechend ihres individuellen Förderbedarfs erfolgreich unterrichtet werden können.
Damit Eltern und Erziehungsberechtigte die aus ihrer Sicht bestgeeignete Art der Beschulung wählen können, sind Förderschulen zu erhalten. Durch den bedarfsgerechten Erhalt von Kindergärten und Schulen für Schwerstmehrfachbehinderte wird sichergestellt, dass einige überhaupt beschult werden können und nicht als nicht-beschulbar aus dem System fallen.
Zukunftsorientierte Bildung
Das Bildungssystem muss und soll Chancen der digitalen Welt nutzen und fördern (Stichwort digitales Klassenzimmer etc.). Damit verbunden ist die Vernetzung der Lernräume verschiedener Bildungseinrichtungen (zum Beispiel: Universitäten mit Klassenräumen). Hierzu ist es wichtig, dass auch gerade der ländliche Raum mit Datennetzen versorgt wird, die auf dem Stand der Technik sind. Hier muss Sachsen-Anhalt die Rahmenbedingungen schaffen, damit eine Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Wirtschaft gestärkt werden kann und so die Bildung auch die nötigen Impulse und Innovationen erhält, die sie zur besten Bildung macht.
Die FDP Sachsen-Anhalt macht sich zudem für eine Ausweitung der Begabtenförderung in allen Fächern und für den Erhalt und Schaffung von außerschulischen Lernorten stark. Beide Förderkonzepte stellen eine Erweiterung zu klassischen Bildungseinrichtungen dar und können, durch die jeweilige Spezialisierung, Wissen, das über den Schulstoff hinausgeht, transportieren.
Berufsbildung
Das Berufsbildungssystem (vor allem das Duale System) entwickelt Fachkräfte in vielen Bereichen, die ebenso eine hohe Anerkennung in der Gesellschaft genießen. Die Berufsbildung ist einer der Motoren der deutschen Wirtschaft. Jeder Auszubildende kann ein Meister werden und damit ein Leistungsträger unserer Gesellschaft. Das Duale System braucht hierbei keine neuen finanziellen Zuwendungen, aber mehr Freiheiten in der Durchführung der Ausbildungen, bei der Anwerbung von zukünftigen Fachkräften und Unterstützung in der Anerkennung. Die Stärkung der Berufsorientierung bis hin in 8 die Gymnasien ist hierbei ein wichtiger Ansatz.
Weiterbildung
Die Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens gewinnt immer weitere Bedeutung. Sie ist nicht zuletzt eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe, gesellschaftliche Partizipation, Integration und Chancengerechtigkeit eines jeden Einzelnen.
Neue Arbeitsprozesse und sich immer wandelnde Anforderungen im Beruf machen die Weiterbildung zu einem essentiellen Teil des eigenen beruflichen Alltags. Ebenso bestimmt die Qualifikation und die Kompetenzen der Mitarbeiter maßgeblich auch den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Hier gilt: wer sich nicht weiterbildet bzw. wer nicht weiterbildet, verliert schnell den Anschluss. Daher muss es Ziel sein, die Weichen für eine gute und nachhaltige berufliche Weiterbildung zu stellen. Hierzu gehört zum einen das Gespräch mit Anbietern von Weiterbildungen (u.a. auch Hochschulen) zu suchen und einen Diskurs über die vorhandenen Formen beruflichen Weiterlernens zu starten und diese ggf. zu hinterfragen und neu auszurichten, aber ebenso den Aufklärungsbedarf bei Arbeitnehmern und Unternehmern im Bereich der Weiterbildung zu decken.
Hochschulbereich
Die Universitäten und Hochschulen unseres Landes müssen ihre Potentiale besser ausschöpfen können. Der Wissenschaftsrat hat eingeschätzt, dass die beiden Universitäten das Potential haben, zumindest in jedem Fachbereich einzelne Schwerpunkte entwickeln zu können, die national und sogar international wahrgenommen werden. Ebenso gibt es zahlreiche Ansatzpunkte für die Verbesserung der Lehre.
Das Land kann von den Hochschulen erwarten, dass sie die Empfehlungen zurqualitativen Verbesserungen aufnehmen und nutzen. Gleichzeitig können die Hochschulen vom Land eine angemessene Finanzierung der Grundstrukturen erwarten, die nach 10 Jahren neu justiert und an den geänderten Studierendenzahlen ausgerichtet werden müssen. Die Mittel, die der Bund aus Hochschulpaktmitteln zur Verfügung gestellt hat, müssen genutzt werden, um diesen Prozess zu gestalten. Wie zwischen den Schulformen gilt auch zwischen den Hochschulen, dass eine Durchlässigkeit existieren muss, bis hin zur Promotion.
Lehrerausbildung
Die Ausbildung der Lehrer stellt ein wichtiges Element der Bildungsinitiative dar. Lehrpläne müssen an die zukünftigen Herausforderungen einer zunehmendenDigitalisierung des täglichen Lebens schon heute angepasst werden. Dabei spielen auch Fragen eines bewussten Umgangs mit seinen persönlichen Daten im Internet eine zentrale Rolle. Ebenso werden Lehrer viel mehr als bisher mit Fragen der Inklusion konfrontiert. Dies muss sich auch in der Ausbildung der Lehrer widerspiegeln. Dies setzt neben einer attraktiven Vergütung bedarfsgerechte und kontinuierliche Fortbildungsmöglichkeiten voraus.
Nicht zuletzt muss das Land Sachsen-Anhalt auch seiner Verpflichtung nachkommen und in Zukunft ausreichend Referendarstellen anbieten. Hier wurden zu lange Entwicklungen verschlafen, so dass die Gefahr besteht, dass Sachsen-Anhalt den Lehrerbedarf zukünftig nicht mehr qualifiziert abdecken kann. Diese Fehlentwicklungmuss gestoppt werden.
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