Wie schon in 2013 und in 2014 lautet die Botschaft des Kultusministers auch 2015 die Unterrichtsversorgung sei gesichert, dank höherer Einstellungszahlen bei den Lehrkräften und einer Personalquote, die 103 Prozent des rechnerischen Bedarfes entspreche. “2013 und 2014 liegen hinter uns und wir wissen, dass die Unterrichtsversorgung mit 103 Prozent nicht gesichert war,” kritisiert Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende FDP-Landesvorsitzende, den Zweckoptimismus des Ministers. “Hohe Ausfallstunden waren in den letzten Jahren eher die Regel als die Ausnahme.”
Auch für das kommende Schuljahr ist der rechnerische Bedarf der Schultypen – mit Ausnahme der Schulen des zweiten Bildungsweges – nur zwischen 100 und etwa 102 Prozent gedeckt. Die GEW wies schon 2014 darauf hin, dass zwischen 8 und 10 Prozent des Unterrichtes in unserem Land aufgrund von Krankheiten, auch als Ergebnis des hohen Durchschnittsalters unserer Lehrer, ausfallen. Die jetzt genannten Zahlen sind also besorgniserregend und nicht beruhigend, zumal die Aufgabe der Integration einer steigenden Zahl von Flüchtlingskindern hinzukommt. Auch in 2015/16 könnte es für das Kultusministerium heissen: Klassenziel verfehlt.
Die Freien Demokraten fordern seit Jahren eine Schulpolitik, die die Schule in der Fläche stabilisiert, etwa indem sie Entfernung und Mindestschülerzahlen kombiniert oder jahrgangsübergreifenden Unterricht in den Grundschulen zulässt. Ebenso gehört eine unbürokratischere Anerkennung von Lehrbefähigungen etwa bei Lehrern aus dem Ausland etc. zu den Forderungen der Liberalen.
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Die Jungen Liberalen (JuLis) in Sachsen-Anhalt starten bereits jetzt in den Wahlkampf für die Landtagswahl im kommenden Frühjahr. Mit ihrem Spitzenkandidaten Kilian Heinrich, 20, der für die Freien Demokraten in Halle als Direktkandidat ins Rennen geht, sammeln sie Unterstützerunterschriften in seinem Wahlkreis 38, der unter anderem die Stadtteile Südstadt und Silberhöhe umfasst.
„Andere Parteien sind noch weit vom Kontakt mit den Menschen im Land entfernt. Die Freien Demokraten aber müssen dieses Mal landesweit in jedem Wahlkreis Unterstützerunterschriften sammeln, um zur Landtagswahl antreten zu können.“, so Heinrich. „Gerade das sehen wir als Chance und nicht als Problem. Wir nutzen die Möglichkeit, um mit den Bürgern über meine inhaltlichen Schwerpunkte Bildung, Digitalisierung und Bürgerrechte zu sprechen – und um zu zeigen, dass wir unsere Hausaufgaben auch in der außerparlamentarische Opposition erledigt haben.“
Kilian Heinrich studiert an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Politik und Wirtschaft und hat sich vor kurzem selbstständig gemacht. Auf der Landesvertreterversammlung der Freien Demokraten am 29. August wird er für Platz sieben der Landesliste kandidieren, um im Falle eines erfolgreichen Wahlausgangs jungliberale Inhalte auch im Magdeburger Landtag vertreten zu können.
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Mittel für Forschung effizient einsetzen / Wissenschaftliche Exzellenz in den Vordergrund stellen
(Magdeburg / Halle). Die Freien Demokraten Sachsen-Anhalt sprechen sich für eine neue und zukunftsfähige Forschungspolitik im Land aus. Erforderlich ist aus Sicht der Stellvertretenden Landesvorsitzenden Dr. Lydia Hüskens neben einer seriösen Grundfinanzierung der Hochschulen und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein Forschungspaket, das die Hochschulen für ihre Forschungsschwerpunkte einsetzen können.
„Für dieses Forschungspaket sind keine neuen Finanzmittel nötig. Wir müssen den Hochschulen nur bestehende Mittel ohne bürokratische Vorgaben bereitstellen. Das Geld aus dem BAFöG und anderen Programmen darf beispielsweise nicht nur in Großgeräte investiert werden, sondern muss für Ausgaben in den Forschungsschwerpunkten bereitstehen“, erklärt Dr. Hüskens die Forderung der Freien Demokraten.
Gleichzeitig wollen die Liberalen sicherstellen, dass Geld aus dem Forschungspaket nur dort ausgegeben wird, wo nachgewiesenermaßen Exzellenz gefördert wird, etwa im Kontext von DFG-Forschungsbereichen oder den Alexander-von-Humboldt-Professuren.
„Anstatt die Verwaltung damit zu beschäftigen, Große Anfragen zu beantworten, die etwa die SPD bei den Grünen in Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2003 abgeschrieben hat, sollten Koalitionsfraktionen und Landesregierung die Weichen für eine zukunftsfähige Forschungspolitik stellen, so Dr. Hüskens abschließend.
Lehrerneueinstellungen sind Tropfen auf den heißen Stein / Jahrgangsübergreifenden Unterricht einführen
(Magdeburg / Halle). Sachsen-Anhalts Freie Demokraten fordern tiefgreifende Reformen in der Schulpolitik des Landes und ein Ende der Schulschließungen im ländlichen Raum.
Frank Sitta, Landesvorsitzender der Freien Demokraten, schlägt ein Schulschließungsmoratorium nach Vorbild des Freistaates Sachsen vor:
„Es muss Schluss damit sein, dass man den Menschen im ländlichen Raum die Grundschulen vor der Nase zuschließt. Deshalb fordern wir einen umgehenden Stopp der Schließungen. Es ist völlig inakzeptabel, dass Grundschüler jeden Morgen kilometerweite Anreisewege haben. Das erhöht weder Bildungsqualität noch trägt es zu einem lebenswerten ländlichen Raum bei.“
Gleichzeitig schlagen die Freien Demokraten vor, jahrgangsübergreifenden Unterricht einzuführen und die Zahl der Lehrer so zu erhöhen, dass Unterricht nachhaltig und ohne massenhaften Ausfall von Stunden möglich ist.
Frank Sitta spart in diesem Zusammenhang nicht mit Kritik am Kultusministerium:
„Herr Dorgerloh behauptet allen Ernstes, in diesem Jahr so viele Lehrer wie noch nie einzustellen. Diese Behauptung ist angesichts der Lehrpersonalpolitik der letzten Jahre ein Skandal! Der Landesregierung ist das Problem des Lehrermangels seit geraumer Zeit bekannt. Jetzt feiert sie sich für 100 Neueinstellungen, weil der Wahltermin näher rückt. Das werden die Wähler der Regierung nicht durchgehen lassen.“
Beschluss des Landesparteitages der FDP Sachsen-Anhalt am 25.04.2015
Die FDP Sachsen-Anhalt fordert eine Bildungsinitiative 2025 für Sachsen-Anhalt, deren Ziel es ist, die Bildungschancen aller Bürger zu erhöhen und das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt grundsätzlich zu stärken.
Ziel ist nicht weniger als die beste Bildung.
Dies ist nur mit starken Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, zu erreichen, in denen den am Bildungsprozess Beteiligten (Eltern, Lehrern) mehr Freiheit und Eigenverantwortung überlassen wird. Mehr Freiheit und Eigenverantwortung bedeutet für uns, dass:
Schulen und Hochschulen über ihre Bildungskonzeptionen und -angebote selbst entscheiden können und die Eigenverantwortung der Bildungseinrichtungengestärkt werden,
Eltern selbst entscheiden können, welche Schule für ihr Kind die Beste ist,
Inklusion nicht nur gefordert, sondern auch finanziell und organisatorischangegangen wird, aber Eltern weiterhin Mitspracherecht über eine inklusive Beschulung ihrer Kinder erhalten,
die Durchlässigkeit des Bildungssystem so groß wie möglich ist und einem jeden Chancen zum Aufstieg gibt,
junge Menschen ihren Fähigkeiten entsprechende Bildungs-Angebote erhalten.
Es muss endlich Schluss sein mit einer Bildungspolitik, deren Ziel es alleine ist, Kostenvorgaben des Finanzministeriums einzuhalten. Bildungspolitik muss das Fundament legen für die zukünftige Entwicklung unseres Landes. Im nationalen und internationalen Wettbewerb werden wir nur bestehen können, wenn wir den Weg hin zu einer Wissensgesellschaft konsequent gehen und die jungen Menschen bedarfsgerecht und auf ihre Fähigkeiten hin ausbilden und ihnen dennoch die Freiheit zur Selbstverwirklichung geben. Hier muss Bildungspolitik ansetzen und darf Entwicklungen, wie z.B. im Bereich Industrie 4.0 nicht verschlafen.
Die Freien Demokraten fordern daher eine Bildungsinitiative, die folgende Aspekte berücksichtigt:
Kindergarten
Bildungsprozesse beginnen bereits im vorschulischen Alter. Daher nehmen gerade Kindergärten eine wichtige Rolle in der frühkindlichen Bildung ein. Eine qualifizierte Ausbildung der Erzieher/innen ist daher ein wesentlicher Ansatzpunkt eines modernen Bildungssystems. Um diese Tätigkeit attraktiv zu gestalten, bedarf es einer gerechten und den Aufgaben entsprechenden Vergütung.
Die Freien Demokraten halten die KiföG-Novellierung für falsch. Die negativen Folgen für junge, berufstätige Eltern zeichnen sich bereits jetzt ab. Die Betreuung in Kindereinrichtungen muss auch für Erwerbstätige finanzierbar bleiben, um Familie und Beruf in Einklang bringen zu können. Wir treten für die Wiederherstellung der wesentlichen KiföG-Regelungen von 2004 ein.
Grundschulbereich
Zur besten Bildung gehört für die Freien Demokraten ein enges Netz öffentlicher und privater allgemeinbildender Schulen mit einem abgestimmten öffentlichen Personennahverkehr. Kein Grundschüler soll länger als eine halbe Stunde zur Schule fahren. Damit wird nicht nur eine gute Bildung, sondern auch eine wohnortnahe Beschulung gesichert. Dies ist in allen dünn besiedelten Regionen Europas ein wichtiger Ansatz, um der Landflucht vorzubeugen. Das Land legt auf Basis dieserGrundannahmen eine Schulnetzplanung vor, die mit einer seriösen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung untersetzt wird.
Alle Grundschulen können sich im Rahmen einheitlicher Bildungsstandards ein eigenes pädagogisches Konzept erarbeiten. Gerade in dünnbesiedelten Regionen unseres Landes gehören dazu auch Konzepte, die es dem Land ermöglichen, die „Schule im Dorf zu lassen” wie homelearning, jahrgangsübergreifendes Lernen, Unterricht per Internet etc…
Weiterführende Schulen
Die FDP Sachsen-Anhalt bekennt sich klar zum mehrgliedrigen Schulsystem. Dieses fördert die unterschiedlich ausgeprägten Talente junger Menschen. Praxisorientierte Schüler müssen genauso gute Bedingungen vorfinden, wie Schüler, die ein Studium anstreben. Die Durchlässigkeit der Schulformen ist zu sichern, aber nicht das Abitur zum Schulabschluss für alle zu machen. Die Abschlüsse an der Sekundar- und Gemeinschaftsschule müssen gemeinsam mit der dualen Ausbildung ein gutes Fundament für den Start in das Berufsleben bieten. Handwerkliche und technische Berufsausbildungen Sind in Sachsen-Anhalt gleichrangig zum Abitur zu sehen.
Für das Abitur müssen in Deutschland die gleichen Standards gelten, und auch wie 2012 in Teilen beschlossen, umgesetzt werden. Die Abstimmungen zu den Abiturvorgaben mit Bayern, Sachsen, Hessen und Thüringen sind der richtige Weg.
Es muss unser Ziel sein, eine Abstimmung aller Länder auf hohem Niveau zu erreichen.
Unser Ziel ist: Bildung in Sachsen-Anhalt muss die beste Bildung im Ländervergleich sein. Hierzu brauchen wir einen Wettbewerb um die besten Konzepte. Dieser Wettbewerb zwischen den Schulen soll durch die Öffnung der Schulbezirke erreicht werden. So werden Schulen motiviert, sich neben der verpflichteten Allgemeinbildung auf Kernkompetenzen zu konzentrieren, um sich ein Alleinstellungsmerkmal zu geben. Dies erhöht den Wert der Bildung und bietet den Lehrern die Möglichkeit auf die Interessen und Stärken der Schüler besser einzugehen. Dabei können individuelle Bildungskonzepte entlang des mehrgliedrigen Schulsystems umgesetzt werden.
Inklusion
Für Liberale steht der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen im Zentrum ihrer Politik. Ziel der FDP Sachsen-Anhalt ist es mehr Freiheit für mehrMenschen zu ermöglichen. Wir wollen, dass alle – so wie sie sind – am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und die Chance zum Aufstieg durch Bildung erhalten. Menschen mit körperlichem bzw. geistigem Handicap haben es dabei ungleich schwerer. Wir setzen uns dafür ein, das abzubauen, was Menschen hindert gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Die FDP Sachsen-Anhalt tritt dafür ein, dass Eltern (Erziehungsberechtigte) wählen können, ob ihr Kind an einer für das Kind geeigneten Schule inklusiv oder an Förderschulen beschult wird. Wir wollen, dass Allgemeinbildende Schulen so ausgestattet werden, dass Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen entsprechend ihres individuellen Förderbedarfs erfolgreich unterrichtet werden können.
Damit Eltern und Erziehungsberechtigte die aus ihrer Sicht bestgeeignete Art der Beschulung wählen können, sind Förderschulen zu erhalten. Durch den bedarfsgerechten Erhalt von Kindergärten und Schulen für Schwerstmehrfachbehinderte wird sichergestellt, dass einige überhaupt beschult werden können und nicht als nicht-beschulbar aus dem System fallen.
Zukunftsorientierte Bildung
Das Bildungssystem muss und soll Chancen der digitalen Welt nutzen und fördern (Stichwort digitales Klassenzimmer etc.). Damit verbunden ist die Vernetzung der Lernräume verschiedener Bildungseinrichtungen (zum Beispiel: Universitäten mit Klassenräumen). Hierzu ist es wichtig, dass auch gerade der ländliche Raum mit Datennetzen versorgt wird, die auf dem Stand der Technik sind. Hier muss Sachsen-Anhalt die Rahmenbedingungen schaffen, damit eine Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Wirtschaft gestärkt werden kann und so die Bildung auch die nötigen Impulse und Innovationen erhält, die sie zur besten Bildung macht.
Die FDP Sachsen-Anhalt macht sich zudem für eine Ausweitung der Begabtenförderung in allen Fächern und für den Erhalt und Schaffung von außerschulischen Lernorten stark. Beide Förderkonzepte stellen eine Erweiterung zu klassischen Bildungseinrichtungen dar und können, durch die jeweilige Spezialisierung, Wissen, das über den Schulstoff hinausgeht, transportieren.
Berufsbildung
Das Berufsbildungssystem (vor allem das Duale System) entwickelt Fachkräfte in vielen Bereichen, die ebenso eine hohe Anerkennung in der Gesellschaft genießen. Die Berufsbildung ist einer der Motoren der deutschen Wirtschaft. Jeder Auszubildende kann ein Meister werden und damit ein Leistungsträger unserer Gesellschaft. Das Duale System braucht hierbei keine neuen finanziellen Zuwendungen, aber mehr Freiheiten in der Durchführung der Ausbildungen, bei der Anwerbung von zukünftigen Fachkräften und Unterstützung in der Anerkennung. Die Stärkung der Berufsorientierung bis hin in 8 die Gymnasien ist hierbei ein wichtiger Ansatz.
Weiterbildung
Die Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens gewinnt immer weitere Bedeutung. Sie ist nicht zuletzt eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe, gesellschaftliche Partizipation, Integration und Chancengerechtigkeit eines jeden Einzelnen.
Neue Arbeitsprozesse und sich immer wandelnde Anforderungen im Beruf machen die Weiterbildung zu einem essentiellen Teil des eigenen beruflichen Alltags. Ebenso bestimmt die Qualifikation und die Kompetenzen der Mitarbeiter maßgeblich auch den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Hier gilt: wer sich nicht weiterbildet bzw. wer nicht weiterbildet, verliert schnell den Anschluss. Daher muss es Ziel sein, die Weichen für eine gute und nachhaltige berufliche Weiterbildung zu stellen. Hierzu gehört zum einen das Gespräch mit Anbietern von Weiterbildungen (u.a. auch Hochschulen) zu suchen und einen Diskurs über die vorhandenen Formen beruflichen Weiterlernens zu starten und diese ggf. zu hinterfragen und neu auszurichten, aber ebenso den Aufklärungsbedarf bei Arbeitnehmern und Unternehmern im Bereich der Weiterbildung zu decken.
Hochschulbereich
Die Universitäten und Hochschulen unseres Landes müssen ihre Potentiale besser ausschöpfen können. Der Wissenschaftsrat hat eingeschätzt, dass die beiden Universitäten das Potential haben, zumindest in jedem Fachbereich einzelne Schwerpunkte entwickeln zu können, die national und sogar international wahrgenommen werden. Ebenso gibt es zahlreiche Ansatzpunkte für die Verbesserung der Lehre.
Das Land kann von den Hochschulen erwarten, dass sie die Empfehlungen zurqualitativen Verbesserungen aufnehmen und nutzen. Gleichzeitig können die Hochschulen vom Land eine angemessene Finanzierung der Grundstrukturen erwarten, die nach 10 Jahren neu justiert und an den geänderten Studierendenzahlen ausgerichtet werden müssen. Die Mittel, die der Bund aus Hochschulpaktmitteln zur Verfügung gestellt hat, müssen genutzt werden, um diesen Prozess zu gestalten. Wie zwischen den Schulformen gilt auch zwischen den Hochschulen, dass eine Durchlässigkeit existieren muss, bis hin zur Promotion.
Lehrerausbildung
Die Ausbildung der Lehrer stellt ein wichtiges Element der Bildungsinitiative dar. Lehrpläne müssen an die zukünftigen Herausforderungen einer zunehmendenDigitalisierung des täglichen Lebens schon heute angepasst werden. Dabei spielen auch Fragen eines bewussten Umgangs mit seinen persönlichen Daten im Internet eine zentrale Rolle. Ebenso werden Lehrer viel mehr als bisher mit Fragen der Inklusion konfrontiert. Dies muss sich auch in der Ausbildung der Lehrer widerspiegeln. Dies setzt neben einer attraktiven Vergütung bedarfsgerechte und kontinuierliche Fortbildungsmöglichkeiten voraus.
Nicht zuletzt muss das Land Sachsen-Anhalt auch seiner Verpflichtung nachkommen und in Zukunft ausreichend Referendarstellen anbieten. Hier wurden zu lange Entwicklungen verschlafen, so dass die Gefahr besteht, dass Sachsen-Anhalt den Lehrerbedarf zukünftig nicht mehr qualifiziert abdecken kann. Diese Fehlentwicklungmuss gestoppt werden.
“Wenn ein Finanzstaatssekretär von Sachsen-Anhalt und eine Weltfirma eine Bil-dungskooperation unterzeichnen, ohne dass der für Bildung zuständige Minister etwas davon weiß, dann ist dies schlicht ein politischer Skandal,” so Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP und lange Jahre finanzpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. “Wenn man bedenkt, dass beide Minister derselben Partei angehören, dann lässt dies tief blicken.” Datenschutz ist bei SPD-Politikern offenbar in schlechten Händen.
Ebenfalls ein Skandal ist, dass die datenschutzrelevanten Nebenabreden zum Vor-vertrag ohne Kenntnis und Zustimmung des Datenschutzbeauftragten des Landes und des zuständigen Landtagsausschusses vereinbart wurden. Dabei wäre es an-gesichts der NSA-Affären besonders wichtig, US-Konzernen genau auf die Finger zu schauen, denn sie unterliegen Offenlegungspflichten aus dem US-Patriot Act. No-Spy-Klauseln helfen da wenig, weil die öffentliche Verwaltung kaum in der Lage ist, deren Einhaltung zu prüfen. Die Grundsätze für eine Lösung – nicht nur in diesem Politikfeld – sind aus Sicht der freien Demokraten: dezentral vor zentral, Open Source und Wettbewerb statt Microsoft und Monopol.
Gegen die Schaffung eines modernen Schulnetzes in Sachsen Anhalt ist im Kern nichts zu sagen, jedoch sollten bei der Nutzung von „Office365“ die Alarmglocken schrillen. Es ist davon auszugehen, dass Microsoft auf diesem Wege die nächsten Generationen von neuen Nutzern gewinnen möchte. Ebenso sollte nicht vergessen werden, dass „Office365“ in Europa in Irland gehostet wird und somit das sehr viel striktere deutsche Datenschutzrecht nicht greift. Voraussetzung für den Vertrag ist nicht ohne Grund offenbar die Erfassung der Daten aller Lehrer/innen und Schü-ler/innen des Landes Sachsen-Anhalt.
Losgelöst von den datenschutzrechtlichen Fragen, welche diese Kooperation auf-wirft, muss ebenso betrachtet werden, inwieweit das Land Sachsen-Anhalt über entsprechende IT-technisch qualifizierte Lehrer/innen verfügt. Es reicht nicht aus, in wenigen Schulen mit europäischen Fördergeld Whiteboards an die Wand zu hängen und das digitale Klassenzimmer auszurufen. Es braucht die entsprechend qualifizierten Lehrer/innen, welche die Technik verstehen, damit umgehen können, keine Angst davor (und vor technikaffinen Schülern) haben, sondern mutig neue didaktische Wege mit den Möglichkeiten neuer Technik gehen. Die bisher durchgeführten Fortbildungsmaßnehmen des Landes sind eher dürftig, die Einbindung von Experten aus der Region eher zufällig, Konzepte hin zu einem Medienkompetenzschein für jeden Schüler/jede Schülerin am Ende seiner/ihrer Schullaufbahn fehlen. Hier zu investieren wäre sinnvoller als ein Vertrag mit Microsoft. Denn entsprechend ausgebildete Lehrer wären neben der Vermittlung von IT-Grundlagen auch in der Lage, einen bewussten Umgang mit der digitalen Welt zu vermitteln und Alternativen zu den Angeboten von Microsoft zu nutzen.
Das Open Source Programm Libre Office ist eine solche Alternative, weil es in sei-nen Funktionen den Produkten von Microsoft in nichts nachsteht. Hier begibt man sich nicht in Abhängigkeit von einem Softwareanbieter, sondern hat die Möglichkeit selber im Auftragsverfahren Anpassungen vorzunehmen, hat zudem Zugriff auf den entsprechenden Quellcode. Die Daten von Lehrern und Schülern (und von anderen Beteiligten) werden hier nicht durch einem kommerziellen Anbieter „betreut“.
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